Junge Naturwächter werden in Weiditz ausgebildet

Natur Großes Hornissennest kommt in die Ausstellungsvitrine

Eine Hornisse beim Nestbau. Foto: Andrea Funke

Weiditz. Da staunte der Junge Naturwächter Claudius nicht schlecht, als ein Besucher der Naturschutzstation ein 80 Zentimeter großes Hornissennest mitbrachte. Es wurde von hunderten Hornissen über den langen Sommer auf dem Dachboden eines Schuppens sorgsam gebaut. Erst in den letzten Novembertagen war kein Flugbetrieb mehr sichtbar.

Lediglich die Jungköniginnen überwintern um im Folgejahr ein neues Nest für ihren eigenen Staat zu bauen. Sie halten unter morschem Holz, Rinde oder in der Erde Winterschlaf. "Die alten Nester können erst dann entfernt werden, denn sie werden nicht wieder benutzt. Ansonsten stehen die Hornissen unter Naturschutz", erklärt Marion Gringer von der Naturschutzstation, die jedoch auch noch nicht ein solch großes Hornissennest in Natur gesehen hat.

Bereits 130 junge Teilnehmer

Gern nimmt die Station solche Exponate entgegen. In einer Glasvitrine gelagert, können sie von den Kindern dann betrachtet werden. Wenn sie nicht berührt werden, sind sie so noch zirka vier bis fünf Jahre haltbar. "Wir haben noch zwei kleinere Nester, die können wir jetzt austauschen und genauer von unseren Jungen Naturwächtern untersuchen lassen", sagt Marion Gringer. "Ich füttere gern die Vögel im Winter und habe auch schon Nistkästen gebaut. Die Natur interessiert mich und deshalb habe ich mich für den Kurs Junge Naturwächter angemeldet", erklärt der Drittklässler Claudius aus Frankenau.

Vor fünf Jahren wurde im Landkreis Mittelsachsen das Projekt "Junior Ranger" ins Leben gerufen. Mehr als 130 junge Leute ab sieben Jahre haben bereits den einjährigen Grundkurs in Umwelteinrichtungen des Landkreises absolviert. Viele Teilnehmer haben den vertieften Aufbaukurs angeschlossen.

Seit 2017 ist nun daraus ein landesweites Pilotprojekt mit dem Namen "Junge Naturwächter" geworden. Es wird durch das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft und die Landesstiftung Natur und Umwelt begleitet. Ziel ist es, die mittelsächsischen Erfahrungen bei der Gewinnung von Nachwuchs für das Naturschutzehrenamt für ganz Sachsen nutzbar zu machen. Interessierte können sich in Weiditz darüber informieren.