Luther trifft auf Cranach

Ausstellung Comic in der Augustusburger Schlosskirche

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Ulrike Albers und Johannes Sauer haben für die Ausstellung extra vier Tafeln mit Bezug zur Augustusburg geschaffen. Foto: Ulli Schubert

Augustusburg. Wer am Wochenende die Absicht hat, die Mangamania-Sonderausstellung auf Schloss Augustusburg zu besichtigen, sollte noch etwas mehr Zeit einplanen. Denn ab dem 29. April kann man mit der gleichen Eintrittskarte auch die Sonderschau "Luther und das Geheimnis des Cranach Altars" in der Schlosskirche besuchen.

Eine gelungene Zusammenarbeit

"In der Mangamania-Ausstellung spielt der deutsche Comic ja eine untergeordnete Rolle. Wir freuen uns daher, dass wir ein Beispiel für den deutschen Comic in der Schlosskirche präsentieren können", so Annette Horbach, die beide Ausstellung kuratierte und bei ihren Recherchen auf den Luther-Comic von Ulrike Albers und Johannes Sauer stieß.

"Es war eine wunderbare Zusammenarbeit", schwärmt Horbach. "Ich dachte zunächst, man wolle mich veralbern, als ich von dem Angebot hörte, dass unser Comic in einer Kirche mit einem Cranach-Altar ausgestellt werden soll. Umso größer war unserer Freude", so Ulrike Albers, die die von ihrem Kollegen Johannes Sauer gezeichneten Figuren koloriert.

Etwa zwei Tage brauchen sie fürs reine Zeichnen einer Seite, die Vorarbeiten nehmen natürlich noch viel mehr Zeit in Anspruch. "Unsere Comics sollen authentisch sein. Da sieht man also nicht irgendeine Burg, sondern die Wartburg, wenn es um diese geht", nennt Johannes Sauer ein Beispiel.

Luthers Geschichte als Comic

Die neue Sonderausstellung zeigt zwölf großformatige Tafeln aus beider Comic "Martin Luther - ein Mönch verändert die Welt" sowie zwölf Tafeln zur Entstehungsgeschichte des Protestantismus. Vier, extra für Schloss Augustusburg angefertigte Comictafeln erzählen zudem von der Hochzeit des Kurfürsten August und der Kurfürstin Anna in der Torgauer Kapelle und davon, wie der sächsische Herrscher Lucas Cranach den Auftrag erteilte, das Altarbild für seine Schlosskirche zu malen.

"Die Sonderausstellung mitten in der historischen Schlosskirche ist unser Beitrag zum Lutherjahr", erklärt Patrizia Meyn, die Geschäftsführerin der Augustusburg Scharfenstein Lichtenwalde Schlossbetriebe-Gesellschaft. "Kulturelle Bildung zum Reformator Luther sowie zu unseren kostbaren Cranach-Werken ist hier verständlich aufgearbeitet."