Neues Institut will Mittweida und die Welt verändern

Technologie Hochschule gründet neues Blockchain-Kompetenzzentrum

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Die Hochschule Mittweida besitzt ein neues Institut: Das "Blockchain"-Kompetenzzentrum. Hier stoßen Direktor Ittner, Volksbank-Vorstand Zintl und Rektor Hilmer gemeinsam mit OB Schreiber an. Foto: Dennis Heldt

Mittweida. Seit Donnerstag gibt es in Mittweida ein "Blockchain Competence Center", kurz BCCM. Rektor Ludwig Hilmer sprach beim Gründungsakt in der Hochschule von einem "Paradigmenwechsel für die Hochschule", einer Neuausrichtung, die nicht nur Mittweida sondern die ganze Welt verändern werde. Doch was versteht man eigentlich darunter?

Blockchain wurde weltweit bekannt als technologische Basis für Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether. Diesen digitalen Währungen hafte trotz steigender Börsenwerte aber momentan noch ein schmutziges Image bezüglich Geldwäsche und dunklen Geschäften im "Darknet" an. Doch auch Unternehmen, Banken und Behörden haben mittlerweile das Potential dieser neuen Währungen entdeckt.

Revolutionäres Verschlüsselungssystem

"Blockchain wird die verschlüsselungstechnische Basis für die digitalen Wertströme der Zukunft sein. Damit wird sich Staatswesen und Finanzwirtschaft verändern. Fälschungssichere digitale Nachweise ebnen den Weg vom Internet der digitalen Kopien, in dem wir jetzt arbeiten, zum Internet der digitalen Originale", sagte Professor Andreas Ittner, der Direktor des neuen Instituts.

Unter "Blockchain", zu Deutsch Blockkette, kann man sich eine Datenbank vorstellen, die durch Speicherung des vorherigen Datensatzes in den nachfolgenden Satz zu schnelleren und vor Manipulation gesicherten Daten führt. In Sachen Verarbeitung und Datenschutz gilt dieses Verschlüsselungssystem als Meilenstein in der IT-Forschung. "Vielleicht brauchen wir dank Blockchain in Zukunft keine Banken, Notare oder Buchhaltung mehr", sagte Hilmer.

Das zweite Zentrum in Europa

Bisher gab es einen solchen Forschungszweig in Europa lediglich auf Zypern. Mittweida will mit dem BCCM nun Vorreiter in Deutschland werden und auch international orientiert neue Fachkräfte ausbilden. Dazu plant das Institut die Einführung eines Masterstudiengangs zur Blockchain-Technologie ab Herbst 2018.

Dabei will man auch eng mit regionalen Partnern zusammenarbeiten: "Wir können uns nicht vor dieser Entwicklung drücken, sondern müssen mutig an der Zukunft arbeiten. Mit Blockchain sind Überweisungen innerhalb von Sekunden möglich, darin sind wir als Bank natürlich interessiert", sagte Leonhard Zintl, Vorstand der Volksbank Mittweida, die sich als Gründungspate eintragen ließ.