Reformationskonzert der Gegensätze

Uraufführung Weltpremiere mit alten und neuen Stücken in Freiberg

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Domkantor Albrecht Koch bei einer Probe mit dem Domchor. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Wenige Tage nach dem eigentlichen Reformationstag ist der Freiberger Dom St. Marien am 4. November um 17 Uhr Schauplatz eines spannenden Festkonzertes, das ganz im Zeichen des 500. Jahrestags der Thesenveröffentlichung Martin Luthers steht.

Domkantor Albrecht Koch leitet sowohl den Freiberger Domchor als auch das Ensemble Freiberger Dom-Music sowie das Johann-Rosenmüller-Ensemble. Drei sehr unterschiedliche, ja gegensätzliche Werke kommen zur Aufführung und sollen in diesem Kontext zur Auseinandersetzung herausfordern.

Hundertstes Jubiläumsjahr der klassischen Stücke

Zwei klassische Stücke, das "Te deum" von Christoph Demantius und das "Gaudium Christianum" von Michael Altenburg, stammen aus dem Jahr 1617, also dem hundertsten Jubiläumsjahr. Sie selbst bilden schon Gegensätzlichkeiten, ist doch das "Te deum" dem Gotteslob verhaftet während Altenburgs Werk für damalige wie heutige Zeiten undiplomatisch und ohne Toleranz gegenüber dem Katholizismus polemisiert.

Kompositionsauftrag als "reflektierendes Opus"

Dem wollte Albrecht Koch unbedingt etwas entgegenstellen, welches sich auch unserer Gegenwart widmet und sie kommentiert. Die Domgemeinde vergab deshalb einen Kompositionsauftrag, dessen Ergebnis "Inmitten des Lebens" heißt. Die Musik stammt von dem israelischen Komponisten Amir Shpilman, das Libretto schrieb die Dichterin Nadja Küchenmeister.

"Es galt, ein reflektierendes Opus entgegenzusetzen", sagt Albrecht Koch. "Ein Werk, welches inhaltlich-theologisch aus der Gegenwart heraus Glaubens- und Religionsfragen betrachtet." Freie Dichtung und Zitatcollagen vereinen sich hier. Diese "ungewöhnliche Festmusik", wie sie Koch nennt, erlebt beim Konzert ihre Welturaufführung.