Seuche 2017: Geflügel-Züchter ringen mit Folgen

Tiere Nach der Geflügelpest wollten manche sogar aufgeben

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Besucher der Ausstellung in Niederbobritzsch konnten in diesem Jahr auch wieder Geflügel bestaunen. Foto: Wieland Josch

Niederbobritzsch. Dass die Laune der Mitglieder des Zuchtvereins für Rassegeflügel und Rassekaninchen Niederbobritzsch und Umgebung zu ihrer Ausstellung in diesem Jahr deutlich besser war als noch 2017, war nicht weiter verwunderlich. Denn vor zwölf Monaten verhagelte ihnen die Geflügelpest und die mit ihr einhergehende Stallpflicht für alle Federträger gehörig die Stimmung.

Damals war die Folge, dass es trotz aller Versuche verboten blieb, Geflügel, welcher Art auch immer, öffentlich auszustellen. Vielmehr mussten Hühner, Gänse, Enten, Puten oder Tauben in ihren Ställen bleiben. Diesmal nun konnten diese Tiere endlich wieder präsentiert werden, und das Publikum strömte dazu zahlreich in die Turnhalle an der Oberschule Niederbobritzsch.

Die Geflügelpest-Welle hängt noch nach

"Erholt haben wir uns davon aber bis heute nicht", stellte Vereinschef Ingo Clausnitzer klar. "Durch die Stallpflicht ist mancher Zuchtbestand stark dezimiert worden." Das Leben auf ungewohnt engem Raum führte zur sonst nicht gegebenen Ausbreitung von Krankheiten.

Auch ließen die Tiere Aggressionen an sich aus, um neue Hierarchien zu etablieren. "Zudem wurde das Paarungsverhalten stark beeinträchtigt", so Clausnitzer. Manch Züchter habe deshalb sogar ans Aufgeben gedacht. Die Ergebnisse ihrer Arbeit konnten sich aber auch diesmal wieder sehen lassen. Die Qualität habe ja nicht gelitten, so der Vereinsvorsitzende.

Allein die Quantität, ein wesentliches Kriterium, ist stark zurückgegangen. Man hoffe sehr, dass ein Problem wie im vergangenen Jahr nicht mehr auftrete. Die Folgen für das Kulturgut Rassezüchtung seien nicht absehbar.