Taucher erkunden Brunnen unter der Rochsburg

Forschung Höhlenforscher finden im 53 Meter tiefen Brunnen keine Gänge und Nischen

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Museumsmitarbeiterin Kerstin Djoleff wollte auch gern wissen wie es im 53 Meter tiefen Schlossbrunnen aussieht. Foto: Andrea Funke

Rochsburg. Es waren nur wenige Minuten, die Schlossleiter Lutz Hennig gesichert mit Gurt und an einem langen Seil in die Tiefe des Schlossbrunnens abgelassen wurde. "Bis auf 30 Meter Tiefe gelangte ich, gesichert durch die Höhlenforschergruppe dann kam das Brunnenwasser. Es war interessant aber auch ein beklemmendes Gefühl nur auf diesen dünnen Strick angewiesen zu sein. Leider wurde nichts Aufregendes entdeckt in unserem Brunnen", sagte Lutz Hennig nach seiner Erkundung.

Es ist bereits die zweite Untersuchung

Die Vereinsmitglieder der Höhlen- und Karstforschung Dresden waren bereits im Frühjahr auf der mittelalterlichen Burg Rochsburg und hatten mittels Kamera eine Befahrung des Brunnens bis auf den Grund, der bei 53 Metern liegt, unternommen. Ergebnis: Keine unterirdischen Gänge, Höhlen oder sonstige Geheimnisse.

Vor kurzem waren sie wieder da, diesmal mit Tauchern. "Wir dokumentieren den gesamten Brunnen über und unter Wasser, vermessen ihn, fotografieren und fertigen dann Zeichnungen an. Auch Fundstücke auf den Grund werden dokumentiert aber nicht entnommen", erklärt Vereinschef Hartmut Simmert, der unter anderen auch an der Seilwinde stand. Nach der wissenschaftlichen Arbeit bekamen auch die Mitarbeiter des Schlosses die Gelegenheit in die Tiefe abzutauchen.

Brunnen ist wahrscheinlich fast 800 Jahre alt

Der Burgbrunnen stammt aus der Frühzeit der Burg, also dem 12./13. Jahrhundert. Ursprünglich war er 30 Meter tief. Im Laufe der Zeit reichte das Brunnenwasser aber nicht mehr für die Brauerei, die Küche oder auch als Löschwasser bei Ausbruch eines Brandes. Deshalb wurde mit dem Bau einer Holzwasserleitung um 1470 begonnen. Diese war 1500 Meter lang und kam aus Richtung Burgstädt, jedoch funktionierte sie nicht. Dreimal probierten es die Experten mit einer Bleileitung, was für die damalige Zeit eine enorme Leistung war.

Jedoch konnte der enorme Höhenunterschied technisch nicht umgesetzt werden, sodass Bergleute aus Freiberg dann den Brunnen um 20 Meter tiefer gruben. Der Brunnen musste ständig gewartet werden um eine Verseuchung des wichtigen Wassers zu vermeiden.