Trauerkultur im Wandel

Monat November Der gesellschaftliche Umgang mit dem Tod verändert sich

Der November mit seinen stillen Gedenktagen erinnert uns mehr als jeder andere Monat an Tod und Sterben. Die Form, mit der Menschen ihrer verstorbenen Angehörigen oder Freunde gedenken, befindet sich allerdings in einem tiefgreifenden Wandel. So gibt es inzwischen Dutzende "Friedhöfe" und Gedenkstätten im Internet, Portale mit Gesprächsforen und Onlineseminare für Trauernde sowie Dienste für digitale Hinterlassenschaften. Auf Trauerportalen kann man kostenlos Gedenkseiten anlegen, auf denen Speicherplatz für Texte, Fotos und Videos zur Verfügung steht. Aber auch die klassische Trauerkultur verändert sich. Nach Angaben der Stuttgarter Bestattungsunternehmerin Andrea Maria Haller ist die Zahl der traditionellen Erdbestattungen rückläufig, die Feuerbestattung und das Urnengrab gewinnen stark an Bedeutung. "Aber auch neue Bestattungsformen wie Baumbestattungen erleben einen starken Zulauf", so Haller. Eine TNS-Emnid-Umfrage im Auftrag der Ergo Direkt Versicherungen bestätigt diesen Trend. Nur noch jeder Dritte wünscht sich demnach ein klassisches Begräbnis mit einem Trauergottesdienst. Ein "zwangloses Zusammentreffen von Familie und Freunden" würden dagegen 37 Prozent bevorzugen.