Villa in der Hochschulstadt nach der ersten Ehrenbürgerin benannt

Ehrung Ingrid von Reyher wurde geehrt

Mittweida. 

Mittweida. Die Hochschule Mittweida hat ihre erste weibliche Dozentin Ingrid von Reyher (geboren am 30. Mai 1908 in Riga, gestorben am 24. Juni 2004 in Freiberg) mit der Widmung der ehemaligen "Medienvilla" in der Leisniger Straße 9 zur "Ingrid von Reyher Villa" geehrt. Zu dieser kleinen Feierstunde waren neben der Hochschulleitung und Dekanen der Fakultäten auch Mittweidas Oberbürgermeister Ralf Schreiber sowie der Beigeordnete Holger Müller anwesend. Kanzlerin Sylvia Bäßler und Rektor Ludwig Hilmer würdigten von Reyher anlässlich der Schild-Enthüllung mit ehrenden Worten.

Außerdem: Verleihung des Ingrid-von-Reyher-Preis 2019

Außerdem wurde aus diesem Anlass auch der Ingrid-von-Reyher-Preis 2019 zur Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen durch Christine Winkler-Dudczig, die neue Referentin für Gleichstellung der Hochschule Mittweida, verliehen: Er geht zu gleichen Teilen an Diplom-Informatikerin (FH) Dorit Bock, Mitarbeiterin der Fakultät Ingenieurwissenschaften, sowie an das Projekt "medienMittweida", das durch die Studentinnen Annika Braun und Julia Walter vertreten wurde. Diese Ehrung von Ingrid von Reyher, die 1998 außerdem als erste Frau das Ehrenbürgerrecht der Stadt Mittweida erhielt, ist Anlass genug, etwas näher auf das Leben und Wirken dieser Frau einzugehen:

Nach dem Wiedereröffnen der Ingenieurschule Mittweida im November 1947 unterrichtete Dr. lngrid von Reyher als erste Lehrerin an der Einrichtung. Von Beginn an hatte sie, nach eigener Aussage, "keine Probleme" mit ihren männlichen Kollegen. Diese überzeugte sie durch Fachwissen und eine hohe Allgemeinbildung. Sie schätzten sie wegen ihres sorgfältigen Arbeitsstiles und ihrer großen Zuverlässigkeit. ln der Lehrtätigkeit erfüllte von Reyher die gleichen Anforderungen wie ihre männlichen Kollegen. Sie unterrichtete die Fächer Physik, Chemie, Russisch, Biologie und Stoffkunde, später Werkstoffkunde. Das anfangs schwierige Verhältnis zu den männlichen Studenten änderte sich bald. Das zeigt sich besonders durch langjährige Kontakte der Absolventen zu ihrer Lehrerin in den späteren Jahren.