Waldheim: Sehenswerte Kleinstadt an der Zschopau

Tourismus Die "Perle des Zschopautales" hat einiges zu bieten

Waldheim. 

Waldheim. Die Kleinstadt Waldheim hat ihren Einwohnern und natürlich ihren Besucherinnen und Besuchern Sehenswertes zu bieten: So spricht schon die tolle landschaftliche Lage im Talkessel des Flusses Zschopau unterhalb von Talsperre und Burg Kriebstein für sich.

Doch das ist natürlich längst nicht alles, was Waldheim als attraktive Kleinstadt so anziehend macht. Nicht ohne Grund wird die Stadt an der Zschopau auch als "Perle des Zschopautales" bezeichnet. Wie viele andere Städte der Region war Waldheim früher eine Textilstadt mit vielen Leinenwebern und Tuchmachern. So ist beispielsweise im Grundbuch von 1771 zu lesen, dass es damals 50 Leineweber und 46 Tuchmacher gab. Alle anderen Gewerke, wie Schuhmacher oder Bäcker und Fleischer waren zehn und weniger. Ein Zeitzeuge dieser Gewerke ist auch das sogenannte Napoleonhaus, Niedermarkt 8, das im Obergeschoss noch einen Ausleger hat, mit dem damals Waren ins Gebäude bugsiert wurden.

Rathaus, Wanderwege und Viadukte

Besonders sehenswert ist in Waldheim natürlich das Rathaus, das von 1898 bis 1902 im Jugendstil errichtet wurde. Aber auch die unmittelbar daneben befindliche Zschopaubrücke aus Rochlitzer Porphyrtuff oder der gleich in der Nahe des Rathauses befindliche Wettinbrunnen, der 1902/03 entstand, sind echte Hingucker.

Ebenfalls gleich vor dem Rathaus steht der Nachbau einer Postmeilensäule - ebenfalls aus Rochlitzer Porphyrtuff - mit der Jahreszahl 1724.

Ursprünglicher Standort war die Marktmitte bis zum Stadtbrand von 1832, der auch die Säule vernichtet haben soll. Mit seinen drei beeindruckenden Eisenbahnbrücken Heiligenborner und Diedenhainer Viadukt aus Stein an der Eisenbahntrasse Riesa - Chemnitz sowie der kühnen Stahlkonstruktion an der Bahnstrecke Waldheim - Kriebstein, die alle im 19. Jahrhundert errichtet wurden, wird hier auch ein Stück gelebte Industriegeschichte lebendig.

Der Wanderweg "Bankrottmeile", der sechs Viadukte beinhaltet, sei in diesem Zusammenhang insbesondere Technik-Interessierten empfohlen. Auf nur etwa 7,5 Kilometern mussten Mitte des 19. Jahrhunderts sechs Steinbrücken errichtet werden, was natürlich die Kosten in die Höhe schnellen ließ.