Was genau ist eigentlich "das Böse"?

BILDUNG Wissenschaft lädt die Bürger zum Mitdiskutieren ein

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Stefan Busse, Psychologieprofessor an der Hochschule Mittweida, freut sich auf interessante Vorträge bei der vierten öffentlichen Ringvorlesung Foto: Brinkmann

Mittweida. Wohl kein anderer Begriff beschreibt etwas so Abstoßendes und gleichzeitig Anziehendes wie "das Böse". Im Laufe der Geschichte der Menschheit spielt es immer wieder eine Rolle. Sagen beschreiben, wie sich Helden dunklen Kreaturen oder Mächten stellen und sie bezwingen. "Das Böse" gilt dabei als Inbegriff des moralischen Verfalls und eines schlechten gesellschaftlichen Handelns. In Gestalt des Teufels oder von Hexen geht "das Böse" in der Welt der Menschen spazieren.

Ringvorlesung an der Hochschule

"Dabei ist gar nicht klar, ob es das Böse wirklich gibt, oder ob es nur eine menschliche Idee ist", meint der Psychologieprofessor Stefan Busse und ergänzt: "Vielleicht ist das Böse auch nur eine psychische Bewältigungsform und der Versuch der Personifizierung etwas zunächst nicht Greifbarem. Hat etwas einen Namen, so muss man es nicht mehr erklären."

"Das Böse" stellt uns somit vor viele Fragen, die ab dieser Woche unter dem Motto "Das Böse- ist überall (?)" in der vierten öffentlichen Ringvorlesung an der Hochschule Mittweida näher betrachtet werden sollen. "Wir wollen "das Böse" aus verschiedenen Perspektiven bewerten und es in seiner Ambivalenz zeigen", erklärt Stefan Busse, der die wissenschaftliche Leitung der Veranstaltungsreihe übernommen hat und ergänzt: "Ich freue mich daher auf das breite Spektrum der Veranstaltungen. Neben soziologischen Fragen, wie ein Mensch "böse" wird und woher "böses" Denken kommt, werden auch Naturwissenschaftler und andere Forscher ihre Perspektive einbringen."

Alle Interessierten sind eingeladen

Vom 21. März bis zum 20. Juni wird jeden Mittwoch ab 18.15 Uhr bis etwa 20 Uhr im Zentrum für Medien und Soziale Arbeit ein anderer Referent über "das Böse" sprechen. Die Auftaktveranstaltung wird von Stefan Busse gehalten. "Ich werde zunächst Begrifflichkeiten klären und damit eine Grundlage geben. Es soll ein philosophischer, psychologischer Auftakt werden", freut sich der Wissenschaftler bereits. Die Ringvorlesung an der Hochschule Mittweida lädt alle Interessierten zum Mitdiskutieren ein und ist kostenfrei. Nach den Impulsen in der Veranstaltung bleibt Zeit für individuelle Gespräche.