Wieder auf konservative Werte besinnen

Interview Holger Reuter, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Freiberg

wieder-auf-konservative-werte-besinnen
Holger Reuter, Vorsitzender des CDU-Stadtverbands Freiberg. Foto: Wieland Josch/Archiv

Mit überwältigender Mehrheit wurde Holger Reuter als Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Freiberg wiedergewählt. Wir sprachen mit ihm.

Herr Reuter, seit wann führen Sie jetzt den Stadtvorstand der Freiberger CDU?

Das erste Mal wurde ich 2008 zum Stadtverbandsvorsitzenden gewählt. Diese acht Jahre seitdem waren geprägt von aktiver politischer Einflussnahme auf die Entwicklung unserer Heimatstadt und des Landkreises Mittelsachsen. Die Zeit haben wir genutzt, um uns in die Diskussion um das Erscheinungsbild unserer CDU im Freistaat und auf Bundesebene einzumischen. Die Mitgliederzahl unseres Verbandes ist mit 123 Mitglieder auch in politisch schwieriger Zeit stabil geblieben.

Wo möchte der Stadtverband, und ganz besonders Sie als sein Vorsitzender, in den nächsten Jahren Akzente in Freiberg und gegebenenfalls darüber hinaus setzen?

An erster Stelle steht da natürlich die weitere Entwicklung unserer Heimatstadt. Es gibt viele interessante Aufgaben zu lösen, sei es die Sanierung des Herderhauses, die Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes oder die Weiterentwicklung der städtischen Infrastruktur. Politisch stehen wir vor großen Aufgaben. Wir müssen, trotz Merkel, wieder Vertrauen beim Bürger gewinnen. Dabei ist es wichtig, die eigene Identität nicht preiszugeben. Wir brauchen wieder mehr Demokratie. Wer Deutschland liebt und bewahren möchte, darf nicht gleich als Rechtsradikaler oder Populist beschimpft werden. Das schädigt unseren demokratischen Meinungsbildungsprozess.

Sehen Sie in der Bundes-CDU eine Entwicklung wieder hin zu deutlich konservativeren Positionen?

Derzeit leider nicht. Der jüngste Parteitag in Essen hat ja gerade mit der deutlichen Wiederwahl von Angela Merkel gezeigt, wie wenig kritikfähig die dort Handelnden waren. Wenig förderlich ist auch die Haltung der Parteivorsitzenden, einen Beschluss, der ihr nicht passt, den Beschluss zur Aufhebung der doppelten Staatsbürgerschaft, zu ignorieren. Das tägliche Meinungsbild welches ich in Gesprächen mit den Bürgern erfahre sagt mir, dass ein Politikwechsel gewollt ist. Selbst in Gesprächen mit sächsischen CDU-Mitgliedern ist das Verlangen danach groß. Der Tenor daraus lautet, wir müssen uns auf unsere konservativen Werte besinnen.

Liest man die Namen des neuen Vorstandes, so fällt eine gute Ausgewogenheit der Generationen auf.

Ich denke, auch mit der letzten Wahl haben wir uns wieder zukunftsfähig aufgestellt. Die gute Mischung sorgt dafür, dass Themen nicht einseitig diskutiert werden und ist ein Stück Generationengerechtigkeit in unserem Verband. Damit bilden wir auch den Durchschnitt unseres Volkes ab.