Würdigung einer langen Tradition

Bergparaden Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes

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Bei der weihnachtlichen Bergparade vor dem 2. Advent in Freiberg konnte man einmal mehr erleben, was den Reiz und die Wichtigkeit dieser Traditionsveranstaltungen ausmacht. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Sie gehören zu Freiberg wie nur ganz wenig anderes: Die Historische Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft und das Bergmusikkorps Saxonia. Beide feierten in diesem Jahr unterschiedlichste Jubiläen und erhielten vor wenigen Tagen sozusagen noch ein verspätetes, aber nichtsdestotrotz hochwillkommenes Geburtstagsgeschenk. Die Kultusministerkonferenz der Länder stimmte im Dezember einstimmig für die Aufnahme der "Bergparaden und Bergaufzüge in Sachsen" in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Zuvor hatte das zuständige Expertenkomitee Immaterielles Kulturerbe bei der Deutschen UNESCO-Kommission den Antrag bewertet. Dieser würdigt die identitätsstiftende, lebendige Bewahrung bergmännischer Tradition in Sachsen sowohl vor dem Intergrund der historischen Bedeutung des sächsischen Montanwesens, als auch im Hinblick auf das Engagement der Vereine zum Erhalt des Brauchtums. Schöner, als bei den zahlreichen Bergparaden, die jetzt zur Weihnachtszeit in zahlreichen Städten zu erleben sind, kann man diese etwas trockenen Worte kaum mit Farbe füllen. Unter zünftiger Marschmusik ziehen die Mitglieder der vielen Vereine durch die Innenstädte und locken immer wieder unzählige Zuschauer an. Ein Höhepunkt im Jahreslauf ist dabei stets die Bergparade zum Bergstadtfest in Freiberg, bei der bergmännische Traditionsvereine aus Nah und Fern mit marschieren. Quer durch die Generationen geht die Begeisterung für diese Tradition. Und so ist es normal, dass neben gestandenen Frauen und Männern auch kleine Kinder in den jeweiligen Umzügen dabei sind. "Mit den historischen sächsischen Berg- und Hüttenparaden wird ein Stück jener einzigartigen bergbaulichen Geschichte Sachsens lebendig, das nicht nur die begeisterten Zuschauer immer wieder beeindruckt, sondern vielmehr ein positives, nach außen und innen gleichermaßen identitätsstiftendes Bild unseres Lebens- und Wirtschaftsraumes sichtbar und spürbar werden lässt", heißt es aus dem Sächsischen Landesverband der Bergmanns-, Hütten und Knappenvereine als freudige Reaktion auf die Würdigung dieser Traditionsveranstaltungen. Die Paraden seien ein glaubwürdiges, wertestarkes Bindeglied zwischen Gestern und Morgen.