• Corona-News
  • Sachsen
  • Chemnitz
  • Erzgebirge
  • Mittelsachsen
  • Vogtland
  • Westsachsen

Abriss von Wohnhaus: Zimmerdecken sind zu niedrig!

Bau Keine neuen Mietverträge können abgeschlossen werden

Leipzig. 

Leipzig. "Es ist das traurige Ende einer Geschichte, die bereits 1959 mit einem Desaster begann!", sagt Steffen Foede (52) von der Wohnungsgenossenschaft Unitas über den Abriss eines Wohnhauses in Leipzig. Der Grund: Die Wohnungen hatten zu niedrige Zimmerdecken.

 

"Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen"

Wie Steffen Foede als Vorstand für Wohnungswirtschaft und Technik erklärte, hatten Genossenschaftsmitglieder das Mehrfamilienhaus seinerzeit für 18 Parteien in Eigeninitiative erbaut. Dabei hätten sie jedoch die erforderlichen Zimmerhöhen nicht berücksichtigt, sagte er. Diese wiesen nur 2,20 Meter auf.

Die sächsische Landesbauordnung hält heute für Aufenthaltsräume aber zwingend eine lichte Raumhöhe von 2,40 Metern vor. Unter dem Dach wären das 2,30 Meter über mindestens der halben Grundfläche. Deshalb konnten in besagtem Haus keine neuen Mietverträge mehr abgeschlossen werden.

 

Haus sollte eventuell aufgesägt werden

"Die Entscheidung, das Objekt zu opfern, ist uns nicht leicht gefallen", so Foede weiter. Zuvor habe man noch ein Aufsägen des Hauses diskutiert, um zur Raumerhöhung neue Steinreihen einzusetzen. "Der Abriss ist traurig, aber nun ist der Zeitpunkt als Genossenschaft gekommen, Neues und Zeitgemäßes zu schaffen", resümierte der Fachmann. Was auf der eingeebneten Fläche entstehen soll, blieb offen.

Der Auszug aller Mieter zog sich schonend über die vergangenen 15 bis 20 Jahre hin. Zum Jahresende 2020 rollte schließlich nach Materialtrennung von Dachpappe, Rohren oder Kabeln der Abrissbagger an.