• Chemnitz
  • Erzgebirge
  • Mittelsachsen
  • Vogtland
  • Westsachsen

Bröckelnde Lohnmauer in Sachen

Arbeit Tarifabschluss in ersten Betrieben der Ernährungswirtschaft

Für die ersten drei Betriebe der Ernährunsgwirtschaft Sachsen ist ein Tarifabschluss zum Abbau der Lohnbrücke zwischen Ost und West gelungen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat mehrfach zu Streiks aufgerufen. um die Blockadehaltung der Arbeitsgeberseite aufzubrechen.

Das Ergebnis sieht deutliche Lohnsteigerungen in den kommenden zwei Jahren vor. So steigen bis zum September 2022 die Monatslöhne der Beschäftigten bezogen auf das Beispiel eines Facharbeiters beim Tiefkühlproduzenten FRoSTA in Lommatzsch um 395€, beim Cargill Ölwerk in Riesa um 358 Euro und beim Fruchtsafthersteller Sonnländer Getränke in Rötha (Tochter der Edeka-Gruppe) um 310 Euro. Das entspricht Lohnsteigerungen von 16-18%. Die Lohnerhöhungen erfolgen in mehreren Stufen mit Festgeldbeträgen. Das nützt insbesondere den unteren Lohngruppen, deren Entgelte überproportional steigen.

Dringende Angleichung zwischen Ost und West

"Das ist der Einstieg in die dringende Angleichung der Löhne zwischen Ost und West. Es geht hier um Gerechtigkeit und auch um die Abschaffung von Armutslöhnen. Der Anfang ist gemacht, nun müssen weitere Betriebe folgen," erklärt Uwe Ledwig, Vorsitzender des Landesbezirk Ost der NGG. Noch keine Lösung gibt es unter anderem für die Unternehmen Bautz'ner Senf, Unilever Auerbach (Knorr) und die Vandemoortele-Werke in Dresden (Magarine) und Dommitzsch (Teiglingswerk). "Das wir zu diesem ersten Schritt in der Angleichung gekommen sind, war nur möglich, weil sich die Beschäftigten mit Streiks eindrucksvoll zu Wort gemeldet haben. Das war der Türöffner. Nur so geht es. Uns wird nichts geschenkt, das müssen wir uns selbst erkämpfen.", so Ledwig weiter.

Eingetrübt ist das Verhandlungsergebnis durch die Maßnahme des Unternehmens FRoSTA, in der letzten Erhöhungsstufe einigen Beschäftigtengruppen die Löhne nur um 40€ statt um 75€ Euro zu erhöhen. Ein Teil soll im letzten Schritt sogar gar nichts bekommen. Die NGG wollte das Tarifergebnis dadurch nicht gefährden, wird aber diese Frage noch einmal aufwerfen.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) verhandelt mit dem Sächsischen Arbeitgeberverband Nahrung und Genuss (SANG) über die Entgelte von 1.300 Beschäftigten in 12 Betrieben. Die Verhandlung zu den drei Unternehmen fand bereits am Donnerstag, den 30. Juli statt. Zwischen den Verhandlungsparteien war eine mögliche Widerspruchsfrist bis diesen Montag 15 Uhr vereinbart worden, die aber keine Seite nutzte.