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Vogtland

Corona-Infektionen: Kommt jetzt die Dunkelziffer ans Licht?

Einladung Einwohner im Chemnitzer Raum an bundesweiter Antikörperstudie beteiligt

Derzeit flattern bei einigen Chemnitzern sowie Einwohnern der Landkreise Mittelsachsen, Erzgebirgskreis und Zwickau Unterlagen des Helmholtz-Zetrums für Infektionsforschung ins Haus. Hintergrund: Die A4-Umschläge beinhalten Einladungen zur Teilnahme an einer bundesweiten Antikörperstudie zur Verbreitung von SARS-CoV-2-Infektionen. Die rund 3.000 Studienteilnehmer im Chemnitzer Raum wurden nach einem Zufallsverfahren von den Einwohnermeldeämtern ausgewählt. Bürgermeister Ralph Burghart und Vertreter des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung werden am Mittwoch weitere Details zum Projekt vorstellen. Was der BLICK jetzt schon weiß:

Das Ziel der Studie

Hauptziel dieser Studie ist, den Anteil der Bevölkerung zu bestimmen, der Antikörper gegen SARS-CoV-2 im Blut hat und somit vermutlich bereits mit dem Virus infiziert war. Antikörper bilden sich, wenn das Virus mit dem menschlichen Immunsystem in Kontakt kommt. Da einige Menschen bei Covid-19 keine oder nur sehr milde Symptome ausbilden, nehmen Forscher an, dass die Dunkelziffer der Menschen, die sich in den vergangenen Monaten angesteckt haben, weitaus höher sein könnte - und damit auch die Anzahl der Menschen mit Antikörpern.

Dauer der Immunantwort unterschiedlich

Aktuell ist aber noch unklar, wie lange die Antikörper nach der Immunantwort des Körpers im Blut vorhanden sind. Bislang ist in Studien eine recht stabiler Zeitraum von sechs Monaten nachgewiesen. Aber: Das Immunsystem reagiert nicht bei jedem gleich und die Konzentration der Antikörper gegen SARS-CoV-2 nimmt mit der Zeit ab. Bei einigen Patienten mit milden Verläufen haben Forscher schon nach drei bis sieben Wochen keine Antikörper mehr im Blut gefunden. Die gelernte Immunreaktion nach einer Infektion kann mitunter also auch nur einen kurzfristigen Schutz bieten.

Aufruf zur Teilnahme

Wie das Helmholtz-Zentrum informiert, ist die Teilnahme an der Studie nicht verpflichtend, sondern freiwillig. Dennoch hoffe man auf eine breite Unterstützung seitens der ausgewählten Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Blutentnahme findet in Chemnitz im Zeitraum vom 3. bis 30. März im ehemaligen Sozialamt des alten technischen Rathauses statt. Das jeweilige persönliche Untersuchungsergebnis des Antikörper-Tests werde den Probanden schriftlich mitgeteilt.

Umfangreiche hygienische Vorkehrungen sollen eine Ansteckung mit dem Coronavirus während des Besuchs verhindern. Wer sich am Untersuchungstag krank fühlt oder Erkältungssymptome hat, soll einen Besuch im Untersuchungszentrum meiden - ebenso bei einer angeordneten häuslichen Quarantäne.



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