Drei Wochen nach der Wahl: Tillich tritt zurück

Politik Landes-Chef will "Verantwortung in jüngere Hände" geben

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Stanislaw Tillich (CDU) bleibt bis 9. Dezember Sachsens Ministerpräsident. Foto: Sächsische Staatskanzlei / Laurence Chaperon

Dresden. Wie am heutigen Mittwochnachmittag in einer öffentlichen Mitteilung bekannt wurde, tritt Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich im Dezember zurück. Seit neun Jahren war der CDU-Abgeordnete an Sachsens Spitze und jetzt soll damit Schluss sein. In seinem Statement erklärt Tillich, er wolle die Verantwortung in junge Hände übergeben. Nach intensiver Diskussion über Sachsens Zukunft, stand seine Entscheidung fest.

"Ich [habe] mich entschlossen, die Verantwortung in jüngere Hände zu übergeben. Ich habe meine engsten politischen Wegbegleiter darüber informiert, dass ich auf dem Landesparteitag der Sächsischen Union am 9. Dezember nicht mehr für das Amt des Landesvorsitzenden kandidieren werde."

Michael Kretschmer (CDU) als Nachfolger?

Doch wer soll das Amt übernehmen? Tillich erhofft sich, dass Michael Kretschmer (CDU) sein Nachfolger wird. "Ich wünsche mir, dass unsere CDU-Fraktion und die SPD auch in diesem Amt Michael Kretschmer zu meinem Nachfolger wählen. Das Präsidium der Sächsischen Union hat sich einstimmig und mit größter Unterstützung hinter meinen Vorschlag gestellt."

Weiterhin erklärt er, dass ihm ein geordneter Übergang wichtig sei, "der zu neuer Entscheidungskraft und gemeinsamem Gestaltungswillen führt". Bis zum 9. Dezember wird Stanislaw Tillich sein Amt gewissenhaft fortführen, versichert er. Sein Mandat als Wahlkreisabgeordneter wird er behalten. Seinem Rücktritt blickt er dankbar entgegen: "Es waren die besten Jahre meines politischen Lebens. [...] Gott schütze Sachsen und alle Menschen, die in unserem Land leben."

"Ich danke besonders für das Mut machen in den vergangenen Tagen"

Die politische Karriere Tillichs begann vor 27 Jahren am 18. März 1990 mit seiner Wahl in die Volkskammer. Es schlossen sich seitdem neun Jahre als Mitglied im Europäischen Parlament und neun Jahre als Staatsminister an. Seit 2008 ist er Ministerpräsident im sächsischen Landtag in Dresden.

"Aus einer Wirtschaft mit Massenarbeitslosigkeit wurde eine der innovativsten Regionen Europas. Wir sind eine europäische Digitalschmiede und werben um Fachkräfte. Sachsen ist und muss ein weltoffenes Zuzugsland sein. Wir sehen fürsorgliche Familien und erleben Engagement und Solidarität. So haben wir die Jahrhundertflut und Naturkatastrophen bewältigt", so Tillich rückblickend auf seine Jahre als Ministerpräsident.



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