Forderung: Fernbusse zwischen Chemnitz und Leipzig

Verkehr Abgeordnete fordern Alternative zum Bahnverkehr

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Foto: Thomas Schmotz

Chemnitz/Leipzig. Noch immer haben die Probleme bei der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) auf der Strecke zwischen Chemnitz und Leipzig gravierende Auswirkungen auf die Fahrgäste. Deshalb forderten die sächsischen Bundestagsabgeordneten Torsten Herbst und Frank Müller-Rosentritt (beide FDP) nun, Alternativverbindungen durch Fernbusse einzurichten.

Die entscheidende Minute

Wie kann es sein, dass von Deutschlands modernstem Fernbus-Terminal, das im März direkt am Leipziger Hauptbahnhof eingeweiht wurde, keine Fernbusse nach Chemnitz fahren dürfen? Grund dafür ist ein Bedienverbot: Auf Strecken, auf denen der Bahnverkehr innerhalb einer Stunde unterwegs ist (was auf der Strecke Chemnitz-Leipzig planmäßig der Fall ist), dürfen Fernbusse keine Passagiere mitnehmen.

Frank Müller-Rosentritt hat für diese Regelung kein Verständnis: "Dass unter dieses Bedienverbot ausgerechnet die Strecke Chemnitz - Leipzig fällt, ist ein Witz. Die Bahn braucht Richtung Chemnitz über eine Stunde. Nach Leipzig sind es laut Fahrplan ausgerechnet 59 Minuten - also lediglich eine Minute unter der Grenze. Und dass die MRB diese 59 Minuten nicht halten kann und regelmäßig überschreitet, ist mittlerweile bekannt!"

Wie wird sich die Bahn entscheiden?

Torsten Herbert, Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestages, hat den Fernbus-Betreiber FlixBus um die Prüfung einer neuen Linie gebeten. "Nachdem das Bedienverbot nach Dresden gefallen ist, hat sich der Fernverkehrsanschluss für Chemnitz deutlich verbessert. Ich möchte dies auch Richtung Leipzig möglich machen", so Torsten Herbst. FlixBus zeigte sich bereits offen für das Vorhaben, verwies aber auf den noch bestehenden Widerstand der Bahn.

Torsten Herbst bleibt jedoch optimistisch, da bei zwei bis drei Fernbus-Anfahrten täglich das Fahrgastpotential der Bahn nicht erheblich beeinträchtigt würde. Die beiden FDP-Politiker werden das Gespräch mit der MRB wieder aufnehmen und wollen das Thema nicht auf die lange Bank schieben, so Frank Müller-Rosentritt.