HIV-Diagnosen nicht gesunken

Gesundheit Sachsen finanziert kostenlose Selbsttests

Im Jahr 2018 wurden in Sachsen 120 HIV-Neudiagnosen gestellt. Das sind mehr als im Vorjahr 2017 mit insgesamt 103 Neudiagnosen. Damit liegt Sachsen gegen den Deutschlandtrend. Die Zahlen gehen aus dem aktuellen Jahresbericht 2018 zu HIV/AIDS der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) hervor. Bei den 120 HIV-Neudiagnosen waren 87,5 Prozent Männer und 12,2 Prozent Frauen betroffen. Insgesamt wurde in Sachsen eine Häufigkeit der HIV-Erstdiagnosen von 2,9 pro 100.000 Einwohner erreicht. Dies entspricht dem Niveau von 2012 und liegt wieder unter den deutschlandweiten Werten von 3,4. Die Meldungen der HIV-Neudiagnosen dürfen jedoch nicht mit der Zahl der HIV-Neuinfektionen gleichgesetzt werden. Sie erlauben keine direkten Rückschlüsse auf die Infektionszeitpunkte, da HIV-Infektion und HIV-Test zeitlich auseinanderliegen können.

Nach Schätzungen des Robert-Koch-Institutes kennen nur 78 Prozent der HIV-Infizierten in Sachsen ihre positive Diagnose. Das ist weniger als im Bundesdurchschnitt (87 Prozent) und damit noch weit vom WHO-Ziel (90 Prozent) entfernt. "Daher müssen HIV-Tests noch gezielter bei Risikopersonen wie MSM und Drogenkonsumenten, aber auch bei heterosexuellen Personen mit riskantem Sexualleben angeboten werden", sagt Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch. "Das Sächsische Gesundheitsministerium wird ab diesem Sommer bis Ende 2020 gemeinsam mit den vier sächsischen AIDS-Hilfen für HIV-Selbsttests werben und für Risikogruppen diese Selbsttests auch kostenfrei anbieten." Die Selbsttests sind seit Oktober 2018 erlaubt. Dafür stellt das Gesundheitsministerium insgesamt 60.000 Euro zur Verfügung.