Kretschmer sieht Perspektive für Siemens-Standorte Görlitz und Leipzig

Technologie Ministerpräsident setzt sich für Zukunftsperspektiven ein

Konzernzentrale Siemens in München. Foto: siemens.com/press / Eberhard Franke

Dresden/München. Sachsens neuer Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich - nach Angaben der Staatskanzlei Sachsen - gestern mit dem Vorstandschef des Unternehmens Siemens, Joe Kaeser, in München zum Gespräch getroffen. Nachdem bekannt wurde, dass Siemens in Deutschland eine Kürzung von 3.300 Stellen plant, gab es dringend Redebedarf, was die zukünftige Perspektive für Sachsen anbelangt.

Kretschmer: "Es muss fair und gerecht zugehen"

"Es war ein sehr intensives Gespräch. Ich habe deutlich gemacht, dass es fair und gerecht zugehen muss, wenn es um die Frage geht, welche Standorte im Konzern diejenigen sind, die in Zukunft eine Perspektive haben sollen. Wir wollen in diesen Wettbewerb eintreten. Wir sehen für Leipzig und Görlitz sehr gute Chancen", so Regierungschef Kretschmer. Die Gespräche sollen fortgesetzt werden, kündigte er an.

Kaeser hatte am Vortag des Gesprächs das Görlitzer Werk besucht. Kretschmer begrüßte dies: "Ich sehe auch in dem Besuch ein Signal, dass Joe Kaeser sich Sachargumenten nicht verschließen will." Keaser wiederholte zudem seine Bereitschaft, mit Bundes- und Landesregierung gemeinsam eine Perspektive für alle Menschen und die gesamte Region zu schaffen. Die Möglichkeit eines Zukunftsfonds, mit dessen Hilfe digitale Transformation gestaltet werden kann, führte er an. Es sei wichtig, dass Politik und Wirtschaft im gemeinsamen Zukunftsdialog stehen.

Ein Kampf, der sich lohnt?

Dadurch, dass die Gewerkschaften und der Betriebsrat in Leipzig und Görlitz so intensiv gekämpft hatten, betont Kretschmer, konnte es jetzt zu intensiven Gesprächen mit dem Konzern kommen. Der Ministerpräsident setzte sich seit Bekanntwerden der Schließungspläne in verschiedenen Gesprächen eindringlich für die Standorte und der Erhalt der Arbeitsplätze. Derzeit gibt es sechs Fertigungs- und Entwicklungsstandorte in der Region: Chemnitz, Dresden, Görlitz, Penig, Leipzig und Leipzig-Plagwitz.