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Long-Covid: Sächsische Studie mit einzigartigem Ansatz

Corona. Besonderer Vergleich lässt genauere Einsichten zu

Sachsen. 

Sachsen. Sachsen war in den vergangenen beiden Jahren in besonderem Maße von der Covid-19-Epidemie betroffen. Insgesamt mehr als 15.600 Bürgerinnen und Bürger sind im Freistaat bis heute an oder mit der Infektion verstorben - das ist einer von 250 Menschen. Inzwischen ist auch klar, dass eine SARS-CoV2-Infektion für viele Betroffene Langzeitfolgen (Long Covid) haben kann, zu denen die vertiefte Forschung erst begonnen hat. Mit diesen langfristigen Folgen beschäftigt sich seit Mai 2021 das Team der sogenannten LIFE-Adult-Studie unter Leitung von Markus Löffler von der Universität Leipzig.

Besondere Zusammenarbeit

Im Rahmen einer Long-Covid-Studie werden Gesundheitsdaten von Menschen, die eine SARS-CoV2-Infektion durchgemacht haben, mit denen verglichen, die nicht mit Covid-19 infiziert waren. Dabei werden vor allem kognitive und psychische Langzeitfolgen einer Infektion untersucht, um künftig besser therapieren und Komplikationen im besten Fall vorbeugen zu können. Das Besondere ist die enge Zusammenarbeit der neu eingerichteten Post-Covid-Hochschulambulanz am Universitätsklinikum Leipzig mit der LIFE-Adult-Studienambulanz der Medizinischen Fakultät.

Langzeitstudie mit aussagekräftigen Befunden

Die LIFE-Adult-Studie ist eine langfristige Kohortenstudie, die sich mit der Entstehung von Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz, Depression oder Allergien beschäftigt. Die Studie wurde 2011 begonnen, 10.000 Personen werden dafür regelmäßig untersucht. Viele dieser Personen haben eine Covid-Infektion durchgemacht, davon einige mit Long-Covid Erkrankung. Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow betont den besonderen Wert der langfristig angelegten LIFE-Adult-Studie: "Die Möglichkeit, auf Befunde vor der Pandemie zurückgreifen zu können, um Veränderungen besser feststellen zu können, kann zu ganz neuen Erkenntnissen führen. Die Hoffnung ist, dass mit dem neu gewonnenen Wissen Menschen, die unter Long-Covid-Symptomen leiden, in Zukunft besser geholfen werden kann."

Sonderstellung in Deutschland

Für Studienleiter Markus Löffler steht die Erforschung der Long-Covid-Erkrankung allerdings noch am Anfang: "Die Krankheit betrifft vor allem Personen im berufsfähigen Alter oft unabhängig von der Schwere des Krankheitsverlaufs bei einer Infektion. In unserer Studie erforschen wir die neurologischen und psychischen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Wir erfassen hierbei Erkrankte aus allen Infektionswellen seit 2021. Der Vergleich mit nicht erkrankten infizierten und nicht-infizierten Personen, ermöglicht ein tieferes Verständnis. Mit diesem Forschungsansatz haben wir in Deutschland eine Sonderstellung." Die Studie wird in dieser Form einzigartige klinische Daten über einen längeren Zeitraum liefern, welche es ermöglichen, geeignete diagnostische Prozesse zu entwickeln, um Risikokonstellationen zu erkennen, gesundheitlichen Folgen vorzubeugen und Therapien von Post-Covid-Komplikationen zu prüfen.

Der Projektzeitraum für die Studie wurde kürzlich bis Ende 2025 verlängert. Der aus Landesmitteln bereitgestellte Förderbetrag für die Forschungsarbeiten beträgt nun rund 2,5 Millionen Euro. Dazu werden Daten aus der langfristig angelegten bevölkerungsbezogenen Gesundheitsstudie LIFE-Adult einbezogen.

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