Offener Brief: "Kultur und Kino gehören in diesem Sommer nach draußen"

Kultur Sicheres Stattfinden von Veranstaltungen unter freiem Himmel

Kino und Kultur unter freiem Himmel in Corona-Zeiten und dafür die Open Air-Kinos neben den Filmvorstellungen vor allem auch als Bühne für diejenigen zu nutzen, deren Bühnen zur Zeit geschlossen sind - das schlägt der Verband Kinosommer Deutschland der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien vor. "Kino und Kultur gehören in diesem Sommer nach draußen, um von der Gesellschaft wieder angenommen zu werden. Dafür haben wir mit Abstand beste Möglichkeiten, was Sicherheitsauflagen und Hygieneanforderungen angeht", heißt es in dem Schreiben an Staatsministerin Monika Grütters.

Ausfälle, Verschiebungen und weniger Platz

Auch die Open Air-Kinos seien in diesem Jahr Betroffene der Corona-Krise, erläutern die Bundesverband-Vorstände Michael Claus und Ralf Bartel. Veranstalter hätten monetäre Ausfälle bei Sponsoren und Werbekunden zu verzeichnen, vielversprechende Filme seien verschoben worden, aufgrund der Abstandsregelungen könnten viel weniger Plätze als in den Vorjahren angeboten werden.

Open-Air-Kinos als Unterstützer

Um das derzeit brachliegende kulturelle Leben in Deutschland wieder zum Leben zu erwecken und um - unter Wahrung von Abstand und den bestehenden Konzepten zu Sicherheit und Hygiene - von der Gesellschaft wieder angenommen werden zu können, wolle man sich dafür einsetzen, in diesem "Corona-Sommer" Kino, Filme, Kultur nach draußen zu bringen. "Wir sehen die Open Air-Kinos in Deutschland als unterstützende Akteure in dieser Krise. 'Kultur geht draußen und geht deswegen gemeinsam sicher nach draußen', soll dabei unser Leitmotiv sein", heißt es in dem Schreiben an die Beauftragte für Kultur und Medien.

Sicheres Stattfinden draußen

Der Bundesverband Deutscher Kinosommer will sich für diesen "solidarischen Weg" mit Kulturschaffenden gemeinsam mit der BKM stark machen. "Wir brauchen Ihre Unterstützung und ein gemeinsames, abgestimmtes Vorgehen, um politische Rahmenbedingungen zur Öffnung aller Open Air-Kinos ab dem 6. Juni dieses Jahres zu schaffen. Damit einher senden wir das wichtige Lebenszeichen, ein Signal aus der Branche für eine Branche: dass Kino und Kultur stattfinden können und draußen auch sicher stattfinden", heißt es weiter.

Das kulturelle Angebot absichern

Mit Blick auf die bestehenden Sperrfristen von Filmen, die in den Sommermonaten gestartet werden, fordert der Bundesverband, diese seitens der Filmverleiher in diesem Jahr aufzuheben und Kooperationsmodelle mit den vor Ort bestehenden Kinobetreibern zu unterstützen, sofern sie kein eigenes Open Air-Kino veranstalten. Darauf aufbauend könne für das kommende Jahr eine zweiwöchige Sperrfrist diskutiert werden. Hierzu regt der Verband Gespräche mit dem HDF, der AG Kino und den Verleihern an. Um die Open Air-Kino-Plattformen für das kulturelle Angebot in diesem Sommer weiter abzusichern, schlägt der Bundesverband eine FFA-Förderung von Open Air-Kinos unter der bereits etablierten Dachmarke Kinosommer Deutschland vor, um Verbandsmitgliedern eine besondere und erweiterte Form des Marketings in dieser Zeit zu ermöglichen. Zudem stelle man als Interessenvertretung für Freiluftkinos auch Beratung und Unterstützung für die Open Air-Kinos vor Ort zur Verfügung.