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Sachsen: Verlegung von 20 Corona-Intensivpatienten beantragt

Corona Erstmals in der vierten Corona-Welle könnten in den kommenden Tagen Intensivpatienten aus Sachsen in andere Bundesländer verlegt werden.

Dresden. 

Der Freistaat hat die Verlegung von 20 Corona-Intensivpatienten beantragt, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch auf Nachfrage mitteilte. Aktuell werde geklärt, welche Erkrankten in Frage kämen, vorzugsweise aus dem Krankenhaus-Cluster Chemnitz, hieß es. Zuvor hatte Sachsen ebenso wie die Länder Thüringen, Berlin, Brandenburg und Bayern formal das sogenannte Kleeblatt-Verfahren aktiviert.

Wohin die sächsischen Patienten verlegt werden, ist aktuell noch unklar. Man befinde sich bereits im bundesweiten System, da die Situation im Ost-Kleeblatt angespannt sei, teilte das Ministerium mit. Sachsen bildet mit Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Berlin das Kleeblatt Ost.

Kleeblatt - das Konzept entsprang der ersten Pandemiewelle

Das Kleeblatt-Konzept für die Verlegung von Patienten wurde unter dem Eindruck der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 entwickelt. Es soll sicherstellen, dass es in einzelnen Bundesländern keine Engpässe bei der intensivmedizinischen Behandlung gibt. Dafür sollten Patienten innerhalb eines Kleeblatts, also einem Zusammenschluss mehrerer Bundesländer oder teils auch nur einem Bundesland, verlegt werden können.

Nach Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin wurde schon seit Anfang Oktober zahlreich innerhalb der einzelnen Kleeblätter verlegt. Mit der Aktivierung der Kleeblätter Süd und Ost am Dienstagabend sei das nun auch über die Kleeblätter hinaus bundesweit möglich.

Verlegungen hat es auch in der Vergangenheit schon gegeben

Schon in den vorangegangenen Wellen, besonders rund um Weihnachten, seien sächsische Intensivpatienten in andere Bundesländer verlegt worden, sagte Friedrich R. München, stellvertretender Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Sachsen (KHG). Sie seien vor allem nach Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein gebracht worden.

Wie lange dieses Mal Verlegungen in andere Bundesländer möglich seien, müsse man abwarten, sagte Münch. Das Hauptproblem seien nicht fehlende Betten oder Beatmungsgeräte, sondern Personal. "Da versucht man zurzeit, alles an Personal zu aktivieren, was möglich ist."