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Sachsenring-Sieger und DDR-Autolegende wird 80

MOTORSPORT Wolfgang Küther feierte zwei DDR-Meistertitel und heute runden Geburtstag

Sachsenring. 

Sachsenring. Am heutigen 14. Juli tritt auch Wolfgang Küther dem Club der 80-Jährigen bei. Der Dresdner bzw. Rand-Dresdner aus Oberwartha war und ist eine der absoluten Größen des DDR-Autorennsports. Auf dem Sachsenring schrieb er 1973 Geschichte, indem er beim ersten Nicht-Weltmeisterschaftslauf für Motorräder nach der 1961 begonnene ersten WM-Ära den DDR-Meisterschaftslauf der Rennwagen Gruppe C9 bis 1300 ccm - LK I (Leistungsklasse 1) gewann. Ihm und seinem Melkus-Wartburg folgten Wolfgang Krug und sein Lehrmeister Heinz Melkus sowie dessen Sohn Ulli über den Zielstrich. Das war an einem Samstag mit einem bunten Programm, bei dem sich Motorrad- und Autorennen immer wieder abwechselten. Im Pokallauf tags darauf wurde er Neunter.

Vom Motorrad in den Rennwagen

Begonnen hat Wolfgang Küther seine Karriere mit Motorrädern. Ab 1960 fuhr er im MC Meißen Sand- und Grasbahn sowie von 1964 bis 1966 Speedway. Nach einer Stippvisite im K-Wagen-Sport 1967 stieg er 1968 in den Formelrennsport der DDR ein. In der Formel 3 bis 1000 ccm LK II belegte er in jenem Jahr den fünften sowie im darauffolgenden den ersten Schlussrang. Damit war sein Aufstieg in die Leistungsklasse I perfekt. Auch in der Top-Klasse ging es für den jungen Mann vom MC Betonwerke Dresden rasant weiter bzw. nach ganz oben. Nach seinem sechsten Platz in der DDR-Formel-3-Meisterschaft holte sich Wolfgang Küther 1971 den letzten Meistertitel in der hiesigen Formel 3.

1972 wurde die Formel 3 in der DDR von der Klasse Rennwagen Gruppe C9 bis 1300 ccm abgelöst. Wolfgang Küther vertraute weiterhin auf einen Melkus-Wartburg und wurde Meisterschaftsdritter.

Im darauffolgenden Jahr brachte der profunde Techniker eine Eigenbau-Konstruktion mit einem Viertaktmotor des frisch importierten Sowjet-PKW-Marke Shiguli an den Start. Im Jahr seines oben genannten Sachsenring-Triumphes holte er sich seinen zweiten DDR-Meistertitel.

Wiederum ein Jahr später konnte er erneut mit einer technischen Finesse aufwarten, als er seinen Boliden mit Saporoshez-Komponenten ergänzte. Damit wurde er am Sachsenring, wiederum am Samstag, hinter dem Leipziger Heiner Lindner Zweiter. Am Sonntag feierte er am Sachsenring seinen Geburtstag. Der Pokallauf der Formel-Renner fiel allerdings wegen Regens sprichwörtlich ins Wasser.

Seine weitere Sachsenring-Bilanz besagt, dass er 1977, beim letzten internationalen Autorennen auf dem alten 8,618 Kilometer langen Kurs, Achter wurde. So auch 1978, zu dem 1979 noch ein sechster Rang kam.

Bis ins hohe Alter aktiv

Nach der Wende arbeitete er bis ins Rentenalter hinein Fahrinstruktor auf dem Lausitzring sowie als Mechaniker bei diversen Dresdner Rennfahrern und -Teams. So sah man ihn zum Beispiel jüngst beim neuen Radebeuler ADAC-GT-Masters-Team T3 Motorsport mit dem Fahrer Maximilian Paul. In diversen Tourenwagen-Serien griff er auch immer wieder selbst ins Lenkrad, zuletzt 2019, als er mit stolzen 79 Jahren sporadisch im Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cup unterwegs war. Ebenfalls geblieben ist sein Liebe zu Motorrädern.

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