Tatort Weihnachtsmarkt: Langfinger stören Idylle

Kriminalität Im Gedränge haben Taschendiebe leichtes Spiel

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Auch auf dem Zwickauer Weihnachtsmarkt ist jedes Jahr eine Menge los. Foto: R. Koehler/propicture/Archiv

Tausende Besucher zieht es derzeit täglich auf Sachsens Weihnachtsmärkte. Da sitzt der Geldbeutel manchmal allzu locker - im wahrsten Sinne. Ein Paradies für Taschendiebe! Sie nutzen die Zerstreuung und Ablenkung der Besucher, um Wertgegenstände wie Brieftaschen, Geldbörsen und Smartphones direkt aus den Handtaschen oder der Bekleidung zu stehlen.

Wie und wo die Täter vorgehen

Doch nicht nur die zahlreichen Märkte werden zu Tatorten. Auch andere in der Vorweihnachtszeit hoch frequentierten Örtlichkeiten, wie öffentliche Verkehrsmittel, Haltestellen, Bahnhöfe und Kaufhäuser, sind potenzielle Langfinger-Zonen. Das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen klärt auf: "Taschendiebe gehen meist in Teams von mindestens zwei bis drei Tätern arbeitsteilig vor. Dabei nutzen sie häufig Ablenkungsmanöver wie Anrempeln, Ansprechen, vermeintlich freundliche Gesten und Berührungen oder ein absichtlich verursachtes Gedränge".

Die Ablenkungen seien vielfältig, das Schema bleibe aber immer gleich: Einer lenkt das Opfer ab, der Zweite stiehlt die Beute und gibt sie an einen Dritten weiter, der dann verschwindet.

Was kann man dagegen tun?

Das LKA rät deshalb: Nehmen Sie nur so viel Bargeld mit, wie Sie benötigen und vermeiden Sie, dass Fremde beim Bezahlen Einblick in Ihre Geldbörse oder Brieftasche bekommen. Vor allem sollten Weihnachtsmarktbesucher im Gedränge bewusst auf Ihre persönlichen Sachen achten. Geld, Scheck- und Kreditkarten sowie Handy, Schlüssel und Papiere sollten in den verschlossenen Innentaschen der Kleidung verstaut werden. Wem die Zahlungskarte abhanden kommt, sollte diese am besten telefonisch über den bundesweiten Notruf 116 116 sperren lassen.

LKA-Präsident Petric Kleine: "Bleiben Sie trotz aller Weihnachtsmarktidylle aufmerksam und achten Sie auf Ihre persönlichen Sachen, vor allem in dichtem Gedränge. Seien Sie wachsam bei Fragen nach dem Weg, beim Vorhalten eines Stadtplans, wenn Ihnen eine Blume angesteckt wird oder Sie spontan umarmt werden. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine unbeschwerte Adventszeit und viel Vergnügen beim Bummeln über Sachsens Weihnachtsmärkte."



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