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Corona-News

Unterricht nach Noten auch zu Coronazeiten gesichert

Unterricht Musiklehrer- und schüler weichen auf elektronische Medien aus

Seit dem 18. März findet kein Unterricht in den Häusern der Kreismusikschule des Erzgebirgskreises mehr statt. Das betrifft alle Standorte, in denen insgesamt 2791 Schüler an Instrumenten unterrichtet werden oder ihre Stimme ausbilden lassen. In Annaberg-Buchholz sind es 665, in Aue 720, in Stollberg 558 und in Zschopau 848 Schüler. Unterrichtet werden sie von insgesamt 123 aktiven Lehrkräften.

"Unsere Lehrer haben gleich zu Beginn der Einschränkungen Überbrückungsmöglichkeiten angeboten. Das geschieht über Fernunterricht mittels elektronischer Nachrichten. Es scheint auch gut zu klappen", schätzt Gesa Adlung ein. Die Leiterin der Kreismusikschule im Kulturellen Bildungsbetrieb Erzgebirgskreis unterrichtet selbst auf diese Weise von zu Hause aus.

Nähe trotz Entfernung

So auch bei Marie Weidauer, die ihre Hausaufgabe, die Konzertetüde von Robert Kietzer spielt. Matthias Jahn gibt einige Hinweise, ist aber sehr zufrieden. Der Musiklehrer und seine Schülerin sind eigentlich nicht allzu weit voneinander entfernt, es ist fast wie beim Unterricht im Gebäude der Kreismusikschule in Zschopau, aber eben nur fast. Die räumliche Nähe entsteht durch moderne Kommunikationstechniken, Marie Weidauer spielt zu Hause in Drebach, Matthias Jahn ist im Wohnzimmer seiner Chemnitzer Wohnung. Verbunden sind sie durch das Internet. So geht Musikschulunterricht in Zeiten des Coronavirus.

Eine andere Art des Unterrichts bietet auch Ronny Neumann seinen Schülern an. "Ich lasse mir die aufgenommenen Musikstücke über Messengerdienste schicken, höre mir die Sachen an und gebe auch gleich die Einschätzung dazu ab. Sicher, es ist kein normaler Unterricht, bei dem ich sofort auf Unzulänglichkeiten oder Fehler reagieren kann, aber es funktioniert," sagt der Musiklehrer aus Schönbrunn, der derzeit 46 Schüler betreut.

"Ich arbeite seit 24 Jahren an der Musikschule und das ist auch für mich neu. Aber auch wir Musiklehrer wollen, dass der Unterricht für die Schüler weitergehen kann", bekräftigt Ronny Neumann, der selbst erstaunt ist, "wie praktikabel diese Übergangslösung ist". Eine Schülerin, die diese "Übergangslösung" nutzt, ist die Marienbergerin Elisabeth Mirtschink. "Ich stehe kurz vor den Ausnahmeprüfungen an verschiedenen Universitäten und lasse mir von Ronny Neumann den letzten Schliff verleihen", sagt die Abiturientin.

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