Waldschäden durch Borkenkäfer: Bundeswehr unterstützt Forstleute

Umwelt Sondervermögen für den Sachsenforst erhöht

Die Bundeswehr im Wald: Da denkt man zunächst an Truppenübungen mit Tarnoutfit und bemalten Gesichtern. Der aktuelle Grund für den Einsatz ist allerdings ein anderer, ein ziemlich kleiner Feind mit großer Wirkung: der Borkenkäfer. "Wir erleben derzeit Waldschäden von historischem Ausmaß", erklärt Mike Eller, der stellvertretende Geschäftsführer von Sachsenforst. "Auch 2020 ist bislang ein zu trockenes Jahr. An fast allen Standorten haben wir mehr Borkenkäfer registriert als im vergangenen Rekordjahr. Deshalb ist die Unterstützung der Bundeswehr für den Erhalt der Wälder in Sachsen auch so wichtig." Bereits im August und September des vergangenen Jahres kamen Bundeswehrsoldaten im Landeswald zum Einsatz als das massive Schadausmaß immer ersichtlicher wurde. Die Soldaten sind derzeit unter anderem in Chemnitz, Marienberg und Eibenstock im Einsatz, um gemeinsam mit den Forstleuten befallene Fichten zu finden und sofort zu fällen. Sachsens Landtag hat am Mittwoch zudem entschieden, das Sondervermögen für den Staatsbetrieb Sachsenforst um knapp 52 Millionen Euro zu erhöhen. Die zusätzlichen Mittel sind erforderlich, damit der Staatsbetrieb die Bewirtschaftung des Staatswaldes sowie seine Leistungen für den Privat- und Körperschaftswald erbringen kann.

Sachsens Forstminister Wolfram Günther: "Verheerende Schäden durch Stürme, Dürre und Borkenkäfer auch in Folge des Klimawandels sowie die seit 2017 um rund 50 Prozent gesunkenen Holzpreise sind der Hintergrund für die Entscheidung, den Betrieb finanziell zu stützen. Schließlich ist der Freistaat als Waldeigentümer von knapp 40 Prozent der sächsischen Waldfläche zu einer nachhaltigen und vorbildlichen Waldwirtschaft verpflichtet."