Wer ist schuld an mangelhafter Bildung?

Angemerkt Ergebnisse der Iglu-Studie sollten Lehrer und Eltern alarmieren - ein Kommentar von Wieland Josch

Foto: BraunS/Getty Images

Dass man es nun auch noch schwarz auf weiß hat, entbehrt im Zusammenhang mit der Iglu-Studie nicht einer gewissen Ironie, listet das Papier doch gnadenlos auf, dass jeder fünfte Viertklässler in Deutschland nicht richtig lesen kann.

Sich dahinter zu verstecken, dass diese Statistik durch die vielen Migrantenkinder so ausfallen musste, würde bedeuten, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Zum einen, weil manches Kind mit ausländischen Wurzeln mittlerweile recht gut auf Deutsch lesen kann. Zum anderen, weil das Lesen in vielen deutschen Haushalten im Wettstreit mit diversen Mattscheiben längst ins Hintertreffen geraten ist.

Lehrern die Schuld zu geben, greift wohl ebenso zu kurz. Sie investieren viel Kraft, um die Lücken zu schließen. Millionenschwere Programme, in jedem Bundesland andere, sind entweder untauglich oder laufen ins Leere, weil die Unterstützung aus dem Elternhaus der Kinder fehlt. Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass Bildung eben keine käufliche Ware ist.



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