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Wespenplage: Was tun gegen die ungebetenen Gäste?

Ratgeber Mit ein paar einfachen Tipps wird der Grillend nicht zum Albtraum

Es ist wieder soweit: Ein Stück Kuchen auf der Terrasse oder eine Wurst vom Grill hat man derzeit nicht lange für sich alleine. Die Köstlichkeiten schmecken nämlich auch den Wespen, die jetzt wieder zahlreich unterwegs sind - sogar zahlreicher als in den Jahren zuvor. Doch woran liegt es, dass wir dieses Jahr so eine starke Wespensaison haben? Und was kann man gegen die ungebetenen Gäste tun?

 

Deshalb gibt es 2022 so viele Wespen

Die ersten Experten sprechen schon von einer Wespenplage. Grund dafür sind die milden Temperaturen im Winter und ein trockenes Frühjahr. War der letzte Frühling ungewöhnlich nass und kalt, gab es dieses Jahr vergleichsweise sehr warme Temperaturen. Vor allem der Mai fiel diesmal ungewöhnlich trocken und warm aus, aber auch Mitte bis Ende April mussten Wespen nur wenig Nässe von oben fürchten. Genau in dieser Zeit bauen sie ihre Nester, die nur bei starkem Niederschlag über einen längeren Zeitraum zerstört werden. So ist ein trockener Frühling wie in diesem Jahr ein Segen für die Wespen.

Hinzu kommt, dass die Temperaturen im vergangenen Winter deutlich milder ausfielen als noch 2021. Wespenköniginnen haben zwar eine Art Frostschutz, doch fällt die Temperatur über einen längeren Zeitpunkt deutlich unter Null, können die Insekten trotzdem erfrieren. Heißt: Weniger Wespen im Sommer.

 

Witterung sorgt für ungebetene Gäste

Bei den aufdringlichen Insekten, die in Deutschland auf Limo, Steak und Kuchen fliegen, handelt es sich hauptsächlich um zwei verschiedene Arten: die Deutsche Wespe, Vespula germanica, und die Gemeine Wespe, Vespula vulgaris. Sie sind an der unterschiedlichen schwarz-gelben Zeichnung am Kopf zu erkennen. In den Nestern beider Arten schlüpfen einige Tausend Arbeiterinnen, die sich um die Versorgung der Königin und ihrer Larven kümmern. Dafür fangen sie normalerweise Insekten. Dass sie auch auf Apfelkuchen, süße Getränke oder Steaks losgehen, liegt daran, dass im Sommer je nach Witterung das Nahrungsangebot abnimmt. Für die Versorgung der Brut wird Fleisch benötigt, für die Eigenversorgung suchen sie süße Speisen und Getränke. Warum sie am Tisch meist hektisch wirken, liegt unter anderem daran, dass sie nicht gut sehen. Sie orientieren sich über Gerüche, um sich einen Überblick zu verschaffen.

 

So hält man Wespen in Schach

Regel Nummer eins: Wespen stechen in der Regel nur, sobald sie sich bedroht fühlen. Deshalb erst einmal Ruhe bewahren und heftige Bewegungen lieber unterlassen. Auch das Wegpusten der Tiere ist nicht ratsam: Das im Atem enthaltene Kohlendioxid gilt im Wespennest als Alarmsignal. Um von den ungeliebten Tischgästen gänzlich in Ruhe gelassen zu werden, empfiehlt sich eine "Ablenkfütterung", rät der Naturschutzbund Deutschland.

Schülerinnen von "Jugend forscht" fanden übrigens heraus, dass sich überreife Weintrauben dazu am besten eignen. Fünf bis zehn Meter vom Ort des eigentlichen Geschehens entfernt aufgestellt, halten die Früchte die Wespen in Schach. Aber Wespen können auch von Parfum, Cremes, Holzmöbelpolitur oder ähnlichen Düften angezogen werden. Düfte im Sommer also lieber sparsam auftragen und bunte Kleidung vermeiden - zumindest beim Kuchennaschen oder zum Grillabend.

Wichtig: Nach dem Essen sollte bei Kindern der Mund abgewischt werden, um die Wespen nicht anzulocken. Sollte man doch einmal gestochen werden, hilft es, eine halbierte Zwiebel auf den Stich zu drücken. Durch die ätherischen Öle und Verdunstungskälte wird der Schmerz und die Schwellung gelindert.

 

Im Herbst ist der Spuk vorbei

Alle Tiere eines Wespenvolkes sterben nach und nach im Herbst, spätestens mit den ersten Frösten - nur die jungen Königinnen nicht, die im nächsten Jahr ein neues Wespenvolk gründen. Sie fallen vorher in eine Starre und überwintern zum Beispiel in Baumrinden oder Mauerritzen. Das Nest kann im Spätherbst also gefahrlos entfernt werden. Dabei empfiehlt es sich, die Stelle gut zu säubern, denn Wespen orientieren sich am Geruch. Wohnungssuchende Königinnen könnten sonst im nächsten Jahr wieder an der Stelle einfinden, an der es "nach Wespe riecht".

 

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