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Wie sicher sind Deutschlands Brücken?

Sicherheit Klaus Holschemacher von der HTWK im Interview

Leipzig. 

Leipzig. Am 14. August stürzte in Genua eine Autobahnbrücke ein. Dieses Unglück hat grundsätzliche Fragen nach der Sicherheit von Brücken aufgeworfen, denen Prof. Klaus Holschemacher, Leiter des Instituts für Betonbau an der HTWK Leipzig, nachgeht.

Wie sicher sind denn unsere Bücken?

"Brücken gehören zu den am besten überwachten Bauwerken in Deutschland überhaupt", so Holschemacher. Für die Überwachungszyklen bestünde eine nationale Norm, intensive Bauwerksinspektionen im Abstand von sechs Jahren seien ebenfalls Vorschrift. Dies gilt sowohl für Straßen- als auch für Bahnbrücken, unabhängig von ihrer jeweiligen Bauart.

Falls notwendig, können dann unverzüglich Verkehrsbeschränkungen vorgenommen werden, beispielsweise in Form von Geschwindigkeitsbeschränkungen, Überholverboten oder Reduzierungen der nutzbaren Fahrbahnbreite. Sobald dann die erforderlichen finanziellen Mittel bereitstehen, können die Sanierungsmaßnahmen geplant und durchgeführt werden. "Insofern ist die Wahrscheinlichkeit für einen Brückeneinsturz in Deutschland als äußerst gering einzustufen", schätzt Holschemacher die Lage ein.

Was müssen Brücken aushalten?

Brücken werden für einen Nutzungszeitraum von 100 Jahren geplant, was jedoch auch keine länger andauernde Nutzung ausschließt. Demzufolge müsse stets rechtzeitig auf unvermeidliche Änderungen der Baustoffeigenschaften reagiert werden und gegebenenfalls entsprechende Sanierungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Holschemacher sagt außerdem: "Hinzu kommt, dass die auf die Brücken einwirkenden Lasten durch die Zunahme des Schwerlastverkehrs in den letzten Jahrzehnten stetig gestiegen sind. Deshalb werden auch die für Brücken zu beachtenden Einwirkungsnormen regelmäßig überarbeitet, um dieser Situation Rechnung zu tragen."

Ein Problem gibt es dennoch:

Als regionales Problem sieht der HTWK-Professor den Fachkräfte-Mangel: "Brückenprüfungen, Planungen und Bauarbeiten müssen ja am Ende von jemandem durchgeführt werden. Wir haben aber derzeit einen dramatischen Mangel an Baufacharbeitern und Bauingenieuren zu verzeichnen." An der HTWK würde zwar bereits etwas dagegen getan, allerdings könne damit allein bei Weitem nicht der Bedarf der Wirtschaft gedeckt werden.



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