Im Ernstfall isoliert der Stromversorger seine Leute

Versorgungssicherheit Bei der Mitteldeutschen Netzgesellschaft liegen Notfallpläne bereit

Plauen. 

Während der Coronakrise hätte ein Stromausfall fatale Folgen. In den Großstädten gibt es dem Vernehmen nach Maßnahmenkataloge für den Fall, wenn die Zahl der Mitarbeiterinfizierung steigt. Unter anderem gibt es bei manchen Stromversorgern sogar den Plan, dass einige Mitarbeiter pausenlos in den Firmen bleiben, also dort auch übernachten, um sich nicht infizieren zu können.

 

Wie sieht es im Vogtland aus?

 

Vorab: Die Stromversorgung ist bislang trotz Coronakrise stabil. Wir haben nachgefragt bei der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Strom mbH, kurz Mitnetz Strom. Sie versorgt als Netzbetreiber fast 2,3 Millionen Einwohner mit elektrischer Energie, darunter auch die 230.000 Vogtländer. Gibt es auch bei der Mitnetz Strom solche Überlegungen? Pressesprecherin Evelyn Zaruba hat umgehend geantwortet: "Ja, im Zuge unserer erarbeiteten Notfallpläne für geschäftskritische Bereiche - und damit auch für den Betrieb unserer Strom- und Gasnetze - ist dies eine Option, die möglich wäre." Ziel ist demnach eine Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die Aufrechterhaltung des Betriebs sicherzustellen. "Mitarbeiter aus Bereichen mit kritischer Infrastruktur werden bereits seit mehreren Tagen besonders geschützt und sensibilisiert", teilt die Pressesprecherin mit. Demnach wurden die Bereiche bereits frühzeitig räumlich getrennt. Die vollständige Isolation würde für jene Mitarbeiter bedeuten, dass diese für eine bestimmte Zeit von Familie und Außenwelt getrennt wären. "Diese Mitarbeiter würden ihren Alltag dann gemeinsam bei Mitnetz Strom ohne äußere Einflüsse verleben", schreibt das Unternehmen.

 

Netzbetreiber hat weitere Vorkehrungen getroffen

 

Zudem hat der Stromversorger viele Vorkehrungen getroffen. Evelyn Zaruba betont aber: "Unsere Mitarbeiter sind bei Störungen und Reparaturen nach wie vor Ort, um die Energieversorgung zu gewährleisten. Sie beachten dabei streng die behördlich angeordneten Verhaltens- und Hygieneregeln." Nach Möglichkeit werden jeweils nur ein bis maximal zwei Monteure zeitgleich zu Arbeiten eingesetzt. Die Kundenkontakte wurden auf ein Minimum reduziert. "Bei Begegnungen mit anderen Firmen sind unsere Mitarbeiter unterwiesen, Abstand zu halten und Besprechungen nur im Freien durchzuführen", erläutert Evelyn Zaruba weitere Maßnahmen. Zugleich versucht die Mitnetz Strom das reguläre Baugeschehen so lange wie möglich durchzuführen. Anstehende Baumaßnahmen werden auf Relevanz für die Versorgungssicherheit geprüft. "Mit Baumaßnahmen verbundene planmäßige Versorgungsunterbrechungen reduzieren wir soweit, dass möglichst keine Einrichtungen der öffentlichen Versorgung betroffen sind", beruhigt das Unternehmen, das dazu noch eine aktuelle Pressemitteilung veröffentlicht hat. Zudem hat man Mitarbeiter, bei denen es ihre Tätigkeit zulässt, ins Homeoffice geschickt.

 

Bislang keine Auswirkungen auf die Energieversorgung

 

Zum Unternehmen sollte man wissen: Die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH mit Sitz in Kabelsketal im Saalekreis ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Envia Mitteldeutsche Energie AG. Als größter regionaler Verteilnetzbetreiber in Ostdeutschland ist die Mitnetz unter anderem für Planung, Betrieb und Vermarktung des EnviaM-Stromnetzes verantwortlich. Das Netzgebiet der Mitznetz Strom umfasst eine Fläche von 30.804 Quadratkilometern mit einer Länge von rund 74.000 Kilometern. Es besteht aus vier Netzregionen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Südsachsen und Westsachsen. In diesem Gebiet versorgt der Netzbetreiber fast 2,3 Millionen Einwohner mit elektrischer Energie. Die Netzlast liegt im Netzgebiet derzeit zehn bis 20 Prozent unter dem Wert vergleichbarer Tage der Vorjahre. Grundsätzlich kann man derzeit bilanzieren: "Die Corona-Krise hat bislang keine Auswirkungen auf die Energieversorgung im Netzgebiet von Mitnetz Strom. Wir sind auf einen möglichen Krisenfall gut vorbereitet. Dies gilt auch für den Fall, dass die Corona-Krise länger andauern sollte", betont Evelyn Zaruba.