Sie kämpfen für mehr Umweltschutz

Wirtschaftsrat Thema ist vor allem Entsorgung mineralischer Abfälle und Reststoffe

Plauen. 

Plauen. Umweltschutz kostet. Vor allem die Entsorgung und Verwertung mineralischer Abfälle und Reststoffe sind ein Riesenproblem. In Deutschland tut man sich unglaublich schwer mit diesem Thema. Für Bauschutt und Ersatzbaustoffe - also für Baustoffrecyclingmaterial - erteilen die sächsischen Behörden derzeit nur "Vorläufige Hinweise" in Sachen Entsorgung. Und zwar seit 13 Jahren. Weil dieser Zustand seit dem 11. Januar 2006 "vorläufig" ist, gab es in dieser Woche ziemliches Kopfschütteln im sächsischen Wirtschaftsrat der CDU.

Keine einheitliche Lösung in Sicht

Dieses Gremium tagte diesmal in der Zentrale der M&S Umweltprojekt GmbH in Plauen, wo Geschäftsführer Prof. Dr. Bernd Märtner ein spannendes Fachreferat zum Besten gab. "Weder in Sachsen, noch in Deutschland wird derzeit eine einheitliche Mantelverordnung angewandt. Man hört immer wieder nur, dass bald etwas kommt", klagte Diplom-Ingenieur Bernd Märtner. Der CDU-Landtagsabgeordnete Frank Heidan weiß um die fortwährende Zerreißprobe, die nun endlich final stattfinden muss. "Wir haben im Land Sachsen in den vergangenen 30 Jahren unsere Umwelt saniert, nachdem sie in der DDR ruiniert worden ist. Aber es muss weitergehen", stellte der Politiker fest.

Es leidet der Umweltschutz

Weil es von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Regelungen gibt und vieles in Nachbarstaaten bereits deutlich besser läuft, stellt sich dem neutralen Beobachter die Frage, ob sich die Deutschen in diesem Bereich nicht in den Fängen der Lobbyisten befinden. Ohne Mantelverordnung läuft alles weiter wie am Schnürchen. Nur der Umweltschutz bleibt bei der Entsorgung auf der Strecke. Da die deutschen Industrie- und Handwerksbetriebe trotz gegenteiliger Bekundungen immer mehr Müll produzieren ist klar, dass eine ordnende Hand eingreifen muss. Greift keiner dieses heiße Eisen an, werden letztlich der Mensch und nachfolgende Generationen bestraft.