70.000 Euro Finanzspritze für das Naturalienkabinett

Museum Konzept für Digitalisierung ist in Arbeit

70-000-euro-finanzspritze-fuer-das-naturalienkabinett
Museumsleiterin Christina Ludwig freut sich über die Finanzspritze. Zu den Gegenständen, die digitalisiert werden können, gehört auch ein Einhorn. Foto: Frenzel

Waldenburg. Das ist ein verspätetes Weihnachtsgeschenk für das Museum und Naturalienkabinett in Waldenburg: Die städtische Einrichtung bekommt Fördermittel in Höhe von 70.000 Euro für das Projekt "Erstellung eines Digitalisierungskonzeptes: für die Kunstsachen aus dem linkschen Kabinett". Die Mittel stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Verfügung.

"Wir haben nicht damit gerechnet, dass wir als Museum aus einer kleinen Stadt berücksichtigt werden", sagt Leiterin Christina Ludwig. Mit dem neuen Förderprogramm wird die Digitalisierung und Erschließung von dreidimensionalen Objekten unterstützt. Ziel sei es, für die Forschung relevante Objekte des kulturellen Erbes in größerem Umfang zu digitalisieren und der Wissenschaft zugänglich zu machen. Im Mittelpunkt des Projektes stehen rund 500 Kunstgegenstände aus dem Museum Linckianum. Dabei handelt es sich um eine von Otto Victor I. von Schönburg-Waldenburg für sein fürstliches Naturalienkabinett angekaufte Gelehrtensammlung aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Der in seiner Sammlungsprovenienz sicherste Wunderkammer-Kunstbesitz in Deutschland wurde bisher nur mangelhaft erforscht.

Waldenburg ist als Ort für hochkarätige Kabinettstücke selbst vielen Experten (noch) nicht bekannt. 2017 wird mit Hilfe externer Fachwissenschaftler ein aussagekräftiges und umfassendes Konzept zur späteren Digitalisierung der "Kunstsachen" erarbeitet. Die Ergebnisse sollen bis zum Herbst 2017 vorliegen. "Das ist dann eine Grundlage für Folgeanträge", sagt Christina Ludwig, die in den nächsten Wochen einerseits in verschiedene größere Museen reisen wird und andererseits etliche Experten im Haus am Geschwister-Scholl-Platz begrüßen kann. Das Ziel ist dabei gleich: Christina Ludwig wollen aus einer Vielzahl von Angeboten das optimale Digitalisierungsangebot für die Schätze aus Waldenburg finden. Damit können in Zukunft einmal Wissenschaftler aus der ganzen Welt per Internet einen Blick auf die Raritäten werfen.