Als die DTM erstmals zum Sachsenring kam

MOTORSPORT Altmeister Klaus Ludwig gewann beide Rennen

Hohenstein-Ernstthal. 

Hohenstein-Ernstthal. 1984 wurde die DTM (Deutsche Tourenwagen Meisterschaft) eingeführt, danach zu einer allseits beliebten internationalen Top-Rennserie entwickelt, allerdings total überzüchtet und schließlich Ende 1996 ein erstes Mal zu Grabe getragen. Im Millenniumsjahr 2000 wurde sie wiederbelebt und machte am 6. August 2000, also heute vor 20 Jahren, erstmals auch am Sachsenring Station.

 

Nach vier Mal STW erstmals DTM

 

Zuvor gastierte ab dem Jahr der Wiedergeburt des Sachsenrings im Jahr 1996 der seit 1994 parallel zur DTM ausgetragene kostengünstigere Super Tourenwagen Cup, kurz STW, alljährlich auf der neuen Berg- und Talbahn vor den Toren Hohenstein-Ernstthals. Spätestens mit dem Bekanntwerden des DTM-Remakes war es allerdings mit der STW Ende 1999 schon wieder vorbei. Da der lokale Veranstalter ADAC Sachsen den Fans am Sachsenring aber auch weiterhin hochkarätigen Automobilsport unterhalb der Formel 1 bieten wollte, lockte man die DTM, die sich nun Deutsche Tourenwagen Masters nannte, nach Westsachsen.

Nur zwei Wochen nach dem deutschen Motorsport-Highlight Motorrad Grand Prix von Deutschland mit 161.000 Zuschauern kamen zur DTM immerhin knapp 60.000 (die offizielle Zahl lautetet 59.900) Auto-Fans an den Ring. Gefahren wurde letztmalig auf dem ersten 3,386 km langen Provisorium des neuen Sachsenrings über einen Teil der alten Strecke vorbei am historischen Start- und Zielturm, der sich damals noch an seinem ursprünglichen Standort befand. Als Rennleiter fungierte der Hohenstein-Ernstthaler Bernd Riedel vom AMC Sachsenring.

 

Mercedes-Mehrfach-Siege

Nach den Trainings am Freitag und Samstag trugen am Nachmittag des 5. August die BMW Formel ADAC inklusive des BMW ADAC Formel Junior Cups, unter anderem mit dem Dresdner Sepp Melkus und dem späteren Formel-1-Piloten Timo Glock, die ersten Rennen des Wochenendes aus. Danach wurde es für die Akteure der Deutschen Formel-3-Meisterschaft mit dem Berliner Stefan Mücke und André Lotterer ernst und anschließend durften der ADAC VW New Beetle Cup mit Reiko Spranger aus Glauchau und dem Deutsch-Rapper "Smudo" von den Fantastischen Vier ran.

Den Rennsonntag eröffneten wiederum die Formel-Junioren. Nach dem Warm up der DTM-Stars bestritten auch die Formel 3 ihr zweites sowie danach der Porsche Carrera Cup sein einziges Rennen. 14:20 Uhr erfolgte dann der erste Rennstart der DTM über 30 Runden. Nach einer kurzen Reparaturpause war deren zweites Rennen für 15:45 Uhr angesetzt. Beide Rennen verkamen dabei zu Mercedes-Prozessionen. Das erste gewann der vornehmlich zu Promotionzwecken reaktivierte Altmeister Klaus Ludwig in einem Mercedes-Benz CLK vor seinen Markenkollegen Peter Dumbreck aus Großbritannien und Bernd Schneider. Bester Nicht-Mercedes-Pilot wurde der Franzose Eric Helary in einem Opel V8 Coupé.

Am Ende des zweiten Rennens, welches in Folge einiger unerklärlicher Reifenschäden an diversen Werks-Opel auf 24 Runden verkürzt wurde, hatte ebenfalls der 50-jährige Klaus Ludwig die Nase vor Peter Dumbreck und Bernd Schneider. Der Schweizer Marcel Fässler und Marcel Tiemann sorgten sogar für einen Mercedes-Fünffach-Triumph. Michael Bartels war als Sechster der erste Opelaner. Die Piloten der vom Team Abt Sportsline mehr oder weniger privat eingesetzten Abt-Audi TT-R spielten noch unerheblichere Rollen. Thomas Jäger, der gebürtige Chemnitzer und Sohn der MZ-Enduro-Legende Manfred Jäger, kam im ersten Lauf nach einer Kollision nicht in Wertung. Im zweiten Rennen wurde er mit seinem Mercedes-Benz CLK Neunter.

Den Renntag beschloss der Tourenwagen-Nachwuchs des ADAC VW Lupo Cups, wobei der Dresdner Carsten Seifert Fünfter wurde.