Alte Bahnlinien sind jetzt Biotope

Projekt Offene Naturschutzfragen auch beim Radwegebau

Callenberg. 

Callenberg. Genau wie zwischen Wüstenband und Mittelbach stockt der geplante Radwegbau auch bei Callenberg. Auf der Trasse der früheren Nickelerzbahn soll ein Radweg zum Stausee Oberwald entstehen.Doch diese Pläne sorgen bei Naturschützern für Unmut. Was auf den ersten Blick schwer nachvollziehbar erscheint, lässt sich aber durchaus begründen.

"Die alten Bahnstrecken konnten sich nach der Stilllegung zu Biotopen entwickeln und sind Rückzugsort für viele Arten", sagt Manfred Sonntag vom BUND. Gerade die schmalen Streifen unberührter Natur seien inmitten intensiv und teils chemisch bearbeiteter Landwirtschaftsflächen wichtig, um Lebensräume von Tieren zu verbinden.

Radwege sollen den Umweltschutz begünstigen und keine Natur zerstören

Prinzipiell hat Sonntag nichts gegen Radwege, sofern sie dabei helfen, den Autoverkehr zu reduzieren. "Bei den jetzigen Plänen geht es aber eher um Freizeitbeschäftigung. Dafür sollte keine Natur zerstört werden", sagt er und fordert, dass für die Radwege alternative Strecken, zum Beispiel neben Straßen gesucht werden.

Die Naturschutzbehörde des Landkreises Zwickau kennt die Problematik. "In den vorgelegten Unterlagen waren die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung, die Belange des Biotopverbunds und des besonderen Artenschutzes nicht hinreichend abgehandelt worden, sodass seitens der Behörde noch keine abschließende Positionierung erfolgte und entsprechende Nachforderungen gestellt wurden", teilte Pressesprecherin Ilona Schilk mit.

Der Radwegbau dürfe nicht zu Lasten von Tiere und Pflanzen oder der Gesamtheit des Biotopverbunds gehen.