Auch Naturschützer greifen zur Säge

Naturschutz Nicht jede Baumfällung schadet der Natur - Lebensräume werden erhalten

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Salome Winkler im Naturschutzgebiet am Rümpfwald in Glauchau. Foto: Andreas Kretschel

Glauchau / Lichtenstein. Zahlreiche Baumfällungen haben in den letzten Wochen für Unmut bei Naturfreunden gesorgt, vor allem wenn Großbäume in Städten oder Gemeinden verschwunden sind. Hier sind sie ein echter Verlust und in etlichen Fällen waren die Gründe für den Griff zur Kettensäge eher fragwürdig. An anderer Stelle ist er aber auch mit Blick auf den Naturschutz richtig, unter anderem im Bereich des früheren Truppenübungsplatzes in Glauchau am Rümpfwald.

Offenlandarten sollen erhalten werden

Hier haben Salome und Andreas Winkler vom Regionalverband Erzgebirgsvorland des Naturschutzbundes (Nabu) kürzlich Bäume gefällt, um einen besonderen Lebensraum zu erhalten. Würde dies nicht geschehen, würde durch die immer stärker werdende Sukzession in Kürze Wald entstehen und die Offenlandarten, welche jetzt schon stark im Rückgang sind, komplett verschwinden", erklärt Salome Winkler.

Normalerweise werden die Flächen mit Schafen beweidet, doch in gewissen Abständen sind auch größere Pflegemaßnahmen nötig. Das Naturschutzgebiet wurde im September 1999 auf einer Fläche von insgesamt 88 Hektar festgelegt. Mehr als 30 Gewässer wurden angelegt und einige Flächen wurden gezielt freigeschoben. Nachgewiesen wurde hier Tiere wie Ringelnatter, Blindschleiche, Waldeidechse sowie verschiedene Arten von Kröten, Fröschen und Molchen. Hinzu kommen Offenland-Brutvögel wie Wendehals, Turmfalke, Rohr- und Goldammer oder Neuntöter.

Auf dem Auersberg mussten Bäume weichen

Auch auf dem Auersberg zwischen Lichtenstein und St. Egidien, wo in der ehemaligen Sandgrube ein Flächennaturdenkmal ausgewiesen wird, haben die Naturschützer Büsche und kleine Bäume gefällt. Auch hier soll damit sichergestellt werden, dass die Flächen und Tümpel nicht zuwuchern. Denn sie bieten beispielsweise seltenen Krötenarten einen wichtigen Lebensraum.

Für Unmut sorgt auf dem Auersberg, dass die sensiblen Naturbereiche offenbar regelmäßig von Motorcrossfahrern für ihr Hobby genutzt werden, dass an dieser Stelle mehr als unangebracht ist. Die Forstbehörde nimmt regelmäßig Kontrollen vor und sucht nach Hinweisen zu den Fahrern.