Bürgermeister Lothar Ungerer: In Meerane gibt es eine Entlastung für die Eltern

Interview mit Bürgermeister Lothar Ungerer

Meerane. 

Meerane. Eltern aus Meerane müssen im Vorschuljahr für die Betreuung der Kinder künftig keine Beiträge mehr bezahlen. In der Kindertagesstätte "Buratino" gibt es zudem einen Trägerwechsel. Über die Veränderungen sprach BLICK-Reporter Holger Frenzel mit Bürgermeister Lothar Ungerer.

 

Warum haben sich Stadtrat und Stadtverwaltung für die Elternbeitragsfreiheit im Schulvorjahr 2019/20 entschieden?

Mit dem Haushaltsbegleitgesetz 2019/2020 hat der Landtag das Kitagesetz insofern geändert, dass es in das Ermessen jeder Gemeinde beziehungsweise Stadt gestellt ist, auf Elternbeiträge für das letzte Kindergartenjahr (Schulvorbereitungsjahr) zu verzichten. Der Stadtrat hat von diesem neuen Ermessen nun Gebrauch gemacht und das Schulvorbereitungsjahr 2019/2020 elternbeitragsfrei gestaltet. Das Schulvorbereitungsjahr dient dazu, allen Kindern einen erfolgreichen Start in die Schule zu ermöglichen. Gefördert werden in diesem letzten Kindergartenjahr die sprachlichen Kompetenzen, die Grob- und Feinmotorik, die Wahrnehmung und Sinnesschulung der Kinder. Diese gezielte Schulvorbereitung soll allen Kindern zu Gute kommen. Der Verzicht auf Elternbeiträge führt dazu, dass die Eltern keine Gebühren zu tragen haben, diese trägt die Stadt Meerane. Mit dieser Entlastung können alle Eltern ihren Kindern den Kindergarten ermöglichen.

Wie viele Eltern profitieren davon? Wie hoch ist der Finanzbedarf? Wied wird das Angebot finanziert?

Betroffen sind nach derzeitigem Stand 121 Kinder. Es ergibt sich ein Betrag von 133.496,88 Euro, den die Stadt Meerane anstatt der Eltern trägt. Der monatliche Elternbeitrag beträgt im Kindergarten in Meerane 91,94 Euro. Zur Deckung werden die Finanzmittel im Zuge des Gesetzes über die Gewährung pauschaler Zuweisungen verwendet. Meerane erhält 2019 und 2020 jährlich 70.000 Euro. Der Stadtrat wird dann zum Haushaltsplan 2020 entscheiden, wie die Elternbeitragsfreiheit für das Schulvorbereitungsjahr 2020/2021 fortgesetzt wird.

Sie haben den Stadtrat informiert, dass die Glauchauer Berufsförderung die Trägerschaft für den "Buratino" übernimmt. Warum kam es zum Wechsel? Welche Erwartungen gibt es an den neuen Träger?

Die Stadt Meerane ist Eigentümerin des Gebäudes mit einer Größe von rund 2700 Quadratmetern und des Gesamtgeländes mit einer Größe von rund 10.000 Quadratmetern. Die Trägerschaft der Kita "Buratino" mit Kinderkrippe, Kindergarten und Hort an der Lindenschule wurde zum 1. Juli 1994 durch den Kreisverband Glauchau/Hohenstein-Ernstthal der Volkssolidarität übernommen und betrieben. Die Übernahme und Betreibung wurde vertraglich geregelt. Der Vertrag ist auf 25 Jahre befristet und endet am 30. Juni 2019. Die Stadt Meerane ist der Volkssolidarität für diese lange Zeit zu großem Dank verpflichtet. Entsprechend dem Kitagesetz hat die Stadt das Ziel, eine Übernahme und Betreibung der Kindertagesstätte durch einen Träger der freien Jugendhilfe zu organisieren. Dazu gab es ein Interessensbekundungsverfahren. Sieben sehr qualifizierte Bewerber lagen vor. In einem abgestuften Vorstellungs- und Auswahlverfahren hat der Stadtrat letztlich mehrheitlich der Glauchauer Berufsförderung den Zuschlag erteilt.

Die Stadt investiert aktuell in die Kita-Sanierung. Zu den Schwerpunkten gehören die Erweiterung der "Arche Noah" und die Erneuerung des "Buratino". Wie ist der aktuelle Stand auf den Baustellen?

Der Rohbau an der Kita "Arche Noah" wurde 2018 fertiggestellt. 2019 erfolgt der Ausbau und die Fertigstellung des Gebäudeteils mit folgenden Leistungen: Einbau Fenster und Innen- und Außentüren; Dämmung der Fassade und Putzarbeiten; Einbau Estrich und Fußbodenbeläge; Installation der haustechnischen Anlagen; Fliesen- Trockenbau- und Malerarbeiten. Dafür werden in diesem Jahr rund 320.000 Euro aufgewendet. Die Kinder sollen ab dem 1. Oktober 2019 den neuen Gebäudeteil beziehen können. In der Kita "Buratino" läuft die energetische Sanierung. 2019 wird der östliche Gebäudeteil (Krippe/Kindergarten) mit folgenden Leistungen saniert: Erneuerung der Fenster und Sonnenschutz; Einbau von Fluchtwegtüren zu den Außentreppen; Erneuerung der Heizung; Erneuerung aller Leitungssysteme für Wasser, Abwasser, Dachentwässerung; Brandschutzmaßnahmen und Teilerneuerung in den Sanitärräumen. Dafür werden in diesem Jahr rund 506.000 Euro investiert. Die Fertigstellung ist für Oktober 2019 geplant.