Chronik der Familie Götze entsteht

Leidenschaft Oberschüler sucht nach Infos und Fotografien

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Marvin Müller sucht nach Material für eine Chronik. Foto: A. Büchner-Ulrich

Limbach-Oberfrohna. Marvin Müller findet in seiner Freizeit kaum Ruhe: Der Oberfrohnaer Oberschüler, der aktuell im Prüfungsstress steht, hat nach seinen aufwendigen Recherchen rund um die frühere Firma Hermann Dittrich schon wieder ein neues Projekt laufen.

Dieses Mal stöbert der 16-Jährige in der Historie der vormaligen Handschuhfabrik Carl Götze auf der Karlstraße 8 - und die Leidenschaft ist bereits wieder groß: "Begonnen hatte alles mit einem Spaziergang im Sommer 2016, als mich der Mann einer Nachfahrin der Götzens ansprach", erinnert er sich. "Seine Frau hatte mich beim Fotografieren der Fabrikationsgebäude gesehen."

Unterstützung von der Familie Götze hat er

Im September 2016 fand ein erstes Treffen rund um die Firmengeschichte statt, bei der zweiten Zusammenkunft saß auch ein weiterer Götze-Nachfahre dabei. "Wir haben uns viele Bilder und auch Dokumente angeschaut", schwärmt Marvin. "Sie sagten, sie hätten Vertrauen zu mir, und so gaben sie mir das gesamte Archiv der Firma mit - um alles Wichtige herauszufiltern."

Dieses beherbergt er in seinem Zimmer und hat schon viel herausgefunden - vor allem bis ins Jahr 1964. "Mein Plan ist es, zur Geschichte der Firma Götze eine Chronik zu erstellen, die viele Bilder enthalten soll. Auch an Fotos von Produkten und Zeitzeugenberichte ehemaliger Mitarbeiter der Firma bin ich interessiert."

Er sucht nach Material von ehemaligen Mitarbeitern

Das jüngste Mitglied des Fördervereines des Esche-Museums verweist darauf, dass der als "Carl Götze" im Jahre 1880 gegründete Betrieb zunächst 1958 zur Carl Götze KG und 1972 zum VEB Sternkreuz zwangsverstaatlicht wurde. Ab 1974 wurde die Produktion in den VEB Feinwäsche "Bruno Freitag" zwangseingegliedert.

"Zeitzeugenberichte, zum Beispiel von früheren Näherinnen, suche ich nur bis 1974, die sozusagen noch im Götze Betrieb tätig waren", betont Marvin. "Außerdem geht es auch nur um Produkte von Carl Götze, der Carl Götze KG und des VEB Sternkreuz. Bilder von innen und außen nehme ich aber gerne bis ins Jahr 2016." Der Teenager bekräftigt, dass er mit allen Materialien äußert pfleglich umgeht. Kontakt zu ihm erhält man über das Esche-Museum auf der Sachsenstraße 3 und unter Telefon 03722-93039.