Ein ABC Einsatz will gelernt sein

Übung Für den Notfall gerüstet

Foto: Nicole Schwalbe

Wilkau-Haßlau. 85 Einsatzkräfte übten am Samstag den Ernstfall: Anfangs eine unbekannte ausgelaufene Flüssigkeit, die ätzend wirkt, wurde entsorgt, zwei "Verletzte" wurden in einer Großübung der Berufsschule versorgt. Ein sogenannter ABC-Einsatz wird in dieser Größenordnung etwa alle 2 Jahre geprobt, da er personell und finanziell sehr aufwendig ist.

Die Gemeinden selbst üben einzelne Bestandteile solcher Einsätze jedoch monatlich. Bei jedem normalen Einsatz kommt die Ortsfeuerwehr. Stellt diese fest, dass es sich nicht um ausgelaufenes Wasser handelt, sondern um eine chemische Substanz, so entscheidet der Gruppenführer, dass Spezialkräfte angefordert werden müssen. Die Reinsdorfer Feuerwehr hat beispielsweise den Gerätewagen Gefahrgut und in Meerane sitzt der Fachberater ABC. "Durch einen Schnelltest wird noch vor Ort getestet, ob es sich bei der Flüssigkeit um eine Lauge oder Säure handelt", erklärt der Einsatzleiter Christian Paschen.

Zu dem Sondereinsatz kamen Feuerwehrkräfte aus dem gesamten Landkreis, sogar aus Meerane, Hartenstein, Glauchau und Mülsen St. Niclas. Jeweils in Zweiergruppen werden die Einsatzkräfte in 1.500 Euro teure Schutzanzüge gesteckt und betreten dann komplett "vermummt" das Gebäude, wobei selbst die Schuhe chemikalientauglich sind. Kommunikation findet über Funk statt, die Geräte sind im Anzug verbaut. Dennoch ist die Verständigung durch die Gasmasken Übungssache.

Der Austritt der Flüssigkeit wird fachmännisch mit einer Spezialpaste abgedichtet. Wenn die zwei Feuerwehrleute das Gebäude wieder verlassen, müssen ihre Ganzkörperschutzanzüge abgeduscht und gereinigt werden, je nachdem um welche Substanz es sich handelt. "Wir haben auch die Möglichkeit, atomare Stoffe auszumessen und einzusammeln", sagt Paschen. Insgesamt dauerte der Einsatz mehrere Stunden und hat viele interessierte Bürger angelockt.