Flüchtlinge helfen in der Stadt

Modellprojekt FDP übt Kritik an der langen Vorbereitungszeit

In Crimmitschau wird ein Modellprojekt getestet: Sieben Asylbewerber aus Syrien, Afghanistan, Albanien und dem Kosovo haben eine gemeinnützige Tätigkeit begonnen. Sie packen bei Pflege- und Verschönerungsarbeiten im Stadtgebiet mit an. Zwei Flüchtlinge helfen bei der Winterfestmachung in den städtischen Freibädern. Fünf Männer kommen im Baubetriebshof zum Einsatz.

Die Verantwortlichen aus dem Rathaus haben in einer Pressemitteilung über die Details informiert. Die Männer sollen 20 Stunden in der Woche arbeiten. Sie hatten sich freiwillig für die Tätigkeit gemeldet. Die Flüchtlinge erhalten dafür 1,05 Euro pro Stunde. Das Geld kommt vom Landkreis. Der Stadtverwaltung entstehen nur vorübergehend Sachkosten, die zu gegebener Zeit aus Landesmitteln ausgeglichen werden. "Bei der Maßnahme handelt es sich um ein Modellprojekt des Landkreises Zwickau, das zunächst bis zum 11. Dezember 2015 befristet ist", sagt Rathaussprecherin Uta Pleißner. Kritische Stimmen kommen allerdings aus der FDP-Stadtratsfraktion. Der Grund: Es hat fast ein Jahr gedauert, bis das erste Modellprojekt anläuft. "Es ist mittlerweile anerkannt, dass nur über Arbeit eine Integration gelingen kann. Die geschaffenen Plätze, die zudem nur für rund zwei Monate existieren, sind viel zu wenig", sagt FDP-Fraktionschef Martin Seidel, der in der Vergangenheit immer wieder auf die Notwendigkeit einer Beschäftigung für die Flüchtlinge und Asylbewerber hingewiesen hat. Martin Seidel macht deutlich: "Wir erwarten, dass die Verantwortlichen in der Kreisverwaltung und in der Agentur für Arbeit hier schneller ihrer Verantwortung nachkommen und nach Lösungen und Wegen suchen, mehr Flüchtlinge und Asylbewerber in Arbeit zu bringen." Zudem sollte, so teilt die FDP mit, über den runden Tisch ein Kontakt zwischen Flüchtlingen und Unternehmen aus Crimmitschau hergestellt werden.