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Gebürtiger Chemnitzer brachte VW nach Zwickau

Geburtstag Prof. Dr. Carl Horst Hahn wird 95 Jahre

Wolfsburg/Chemnitz. 

Wolfsburg/Chemnitz. Der langjährige Vorstandvorsitzende der Volkswagen AG, Prof. Dr. Carl Horst Hahn, wird am 1. Juli 95 Jahre alt. Die Wurzeln des erfolgreichen Wolfsburgers liegen in Sachsen, er wurde 1926 in Chemnitz geboren. Er ist der Sohn von Dr. Carl Hahn sen., Manager und einer der engsten Vertrauten des DKW-Gründers Jørgen Skafte Rasmussen, zudem Gründungsmitglied und Vorstand der Auto Union. Jener war es, der in der schwierigen Zeit der Weltwirtschaftskrise Impulse setzte mit einer für damalige Verhältnisse innovativen Idee, über die Finanzierungs-Möglichkeit den Absatz von Motorrädern und Autos der Marke DKW anzukurbeln. Der Vater des Jubilars war es auch, der den Bau der sogenannten DKW-Siedlung in Zschopau für die Familien der Werksangestellten im Jahr 1929 vorantrieb. "In der DKW-Siedlung hatte ich meine Spielkameraden. Noch heute fühle ich mich mit den Menschen dieser Siedlung verbunden", schreibt der Jubilar in seinem Buch "DKW Hahn", welches er seinem Vater widmet. Als Ausdruck der engen Verbindung stattete der Wolfsburger dessen Bewohnern einen Besuch ab, als die Anwohnerschaft vor zwei Jahren am Zschopenberg zum 90-jährigen Jubiläum ihrer Siedlung zusammenkamen.

Der weitere Werdegang von Dr. Carl Horst Hahn

Nach der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten hatte der Wolfsburger in seiner Eigenschaft als VW-Vorstandsvorsitzender (1982-1992) maßgeblichen Verdienst am Zustandekommen des sächsischen Standortes Zwickau und damit dem neuen VW-Werk. Heute noch unterhält der Honorarprofessor Kindertagesstätten und Schulen in Deutschland. Von 1959 bis 1964 repräsentierte er VW in höchster Position in Amerika, wo er auch seine spätere Ehefrau kennenlernte. Mit Marisa Lea Traina hat er vier Kinder, die in den Vereinigten Staaten geboren wurden.

Bis heute eine Leidenschaft für den Motorsport

Mit Vorliebe widmet sich Hahn, der zwei Jahre nach Kriegsende ein Studium der Betriebswirtschaft an den Universitäten von Köln und Zürich aufnahm, bis heute auch dem Motorsport, startete noch über 90-jährig bei zahlreichen Classic-Fahrten durch ganz Deutschland. An der Seite seines Vaters besuchte er schon in den frühen 30ern erstmals das Marienberger Dreieckrennen und lernte dabei den späteren Auto-Union-Rennwagenfahrer Bernd Rosemeyer kennen. Bis zum Pandemiebeginn war er viel auf Reisen unterwegs, um Vorträge an Universitäten weltweit zu halten. Der Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Chemnitz wurde von zahlreichen Hochschulen im In- und Ausland mit akademischen Würden ausgezeichnet.