Glyphosat-Antrag diskutiert und abgelehnt

Stadtrat Hohenstein-Ernstthal wird keine glyphosatfreie Zone

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Stadtrat Alexander Weiß. Foto: Andreas Kretschel

Hohenstein-Ernstthal. Einen Denkanstoß zu geben, ist Alexander Weiß (Linke) und seiner Fraktion im Hohenstein-Ernstthaler Stadtrat gelungen, aber mehr nicht. Denn der Antrag, eine glyphosatfreie Zone zu schaffen, wurde abgelehnt und das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel kann vorerst weiter eingesetzt werden.

"Wir sind nicht gegen die Landwirte mit diesem Antrag", hatte Weiß vor der Abstimmung betont. Vielmehr sei es das Ziel, die Suche nach Alternativen zu intensivieren, um so auf ein mögliches Verbot vorbereitet zu sein. Denn auch auf Bundesebene gibt es Bestrebungen, das Herbizid zu verbieten.

Es sei ein Thema für das Bundes- oder Europaparlament

Die Ratskollegen in Hohenstein-Ernstthal wollten aber offenbar keine Entscheidung in der Kommune und sehen den Gesetzgeber in der Pflicht. "Dieses Thema gehört in den Bundestag oder ins Europaparlament", sagte Uwe Tischendorf (Freie Wähler). Oberbürgermeister Lars Kluge (CDU) hatte Zweifel, wie ein Verbot überhaupt durchgesetzt und überprüft werden könne, wenn Glyphosat noch weitgehend frei verkäuflich ist.

Andere Räte betonten, dass sie für strenge Kontrollen und einen möglichst geringen Einsatz von chemischen Mitteln bei der Unkrautbekämpfung sind, aber eine glyphosatfreie Zone bekam dennoch keine Mehrheit. Auch der Bauhof wird Glyphosat weiterhin in geringem Maße einsetzen.

Glyphosat - Ein Schadstoff für die Umwelt

Naturschützer sehen generell Handlungsbedarf, wenn es um Chemie in der Landwirtschaft oder im Garten geht. Denn die Mittel stehen in Verdacht, vor allem Insekten zu schädigen und damit auch mitverantwortlich für den Rückgang der Vogelbestände zu sein, da die Tiere nicht mehr genug Nahrung finden. Bei Glyphosat ist nicht endgültig geklärt, ob es krebserregend sein könnte. Landwirte pochen auf den Einsatz der Substanzen, weil sie ansonsten nicht die wirtschaftlich nötigen Erträge erzielen könnten und die Feldarbeit deutlich aufwendiger würde.