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Günter Bartusch verstarb vor 50 Jahren auf dem Sachsenring

MOTORSPORT MZ-Werksfahrer stand bereits in Heinz Rosners Fußstapfen

Sachsenring. 

Sachsenring. Genau an diesem Wochenende vor 50 Jahren fand auf dem alten Sachsenring eines, wenn nicht sogar das denkwürdigste Rennwochenende in der seit 1927 begonnenen und bis heute währenden Sachsenring-Historie statt. Beim vorletzten WM-Lauf hinter dem "eisernen Vorhang" gewann der Westdeutsche Dieter Braun unter dem tosenden Jubel seiner ostdeutschen Fans und gewissermaßen auch Landsleute das Rennen der Klasse bis 250 ccm. Die Sache wurde zum Politikum und sicherlich ein Sargnagel für die erste von 1961 bis 1972 dauernde WM-Ära am Sachsenring. Das Wochenende begann allerdings mit einem Schreckensszenario. Am Trainingsfreitag, dem 9. Juli 1971, verunglückte der DDR-Renn- und MZ-Werksfahrer Günter Bartusch tödlich.

Aufstieg zum MZ-Werksfahrer

Günter Bartusch wurde am 18. April 1943 in Dittmannsdorf im Erzgebirge geboren. Wie üblich bestritt er zunächst Serienrennen und etablierte sich bald unter den DDR-Rennfahrern.

Beim WM-Lauf 1963 auf dem Sachenring, dem "Großen Preis der DDR", fuhr er sein erstes WM-Rennen und wurde dabei mit seiner privaten MZ-RE 13. Im darauffolgenden Jahr wurde er Zehnter.

1968 wurde er auch auf Empfehlung von Heinz Rosner dessen designierter Nachfolger im MZ-Werksteam und bedankte sich beim MZ-Heimspiel auf dem Sachsenring im Rennen der Achtelliterklasse mit einem dritten Platz hinter den beiden britischen Yamaha-Piloten Phil Read und Bill Ivy. Damit wurde er am Jahresende WM-Neunter und zugleich DDR-Meister.

1969 schaffte er in der 125er-WM nur ein zählbares Ergebnis, doch das hatte es mit Platz zwei im finnischen Imatra in sich. Mit diesen 12 WM-Punkten wird er auf WM-Endrang 16 geführt. Bei den 250ern wurde er mit 18 Zählern WM-Elfter. Den Löwenanteil derer holte er ebenfalls mit Platz zwei in Imatra. Hinzu kamen ein sechster Platz im damals jugoslawischen Opatija sowie ein zehnter Rang auf dem Sachsenring.

Im darauffolgenden Jahr wurde er bei den 125ern WM-Zwölfter, wobei er im französischen Le Mans und auf der britischen Isle of Man als jeweils Dritter zwei weitere Podestplätze feierte. Das gleiche Kunststück gelang ihm auf der Insel im Rennen der 250-ccm-Klasse, welche er auf WM-Rang 15 beendete. Sogar WM-Achter wurde er in der Klasse bis 350 ccm. Hierzu verhalfen ihm sein zweiter Platz beim Ulster-Grand-Prix im nordirischen Belfast sowie ein vierter Platz im italienischen Monza.

Das Schicksalrennen

 

1971 ließ sich mit einem zweiten Platz im 250er-Rennen auf dem Salzburgring sehr gut an, doch danach folgte eine kleine Flaute. Lediglich auf der Isle of Man kam er mit der aufgebohrten 350er-MZ als Neunter sowie im belgischen Spa-Francorchamps als Zehnter mit der 250er in die WM-Punkte.

Beim darauffolgenden WM-Lauf auf dem Sachsenring kehrte Günter Bartusch aus seiner ersten 350er-Trainingsrunde nicht zurück. In der schnellen Linkskurve nach dem "Guthrie-Stein" hatte bei Tempo 200 offenbar sein Motor blockiert, sodass er stürzte und noch im Krankenwagen an seinen schweren Kopfverletzungen verstarb.

 

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