"Herzzereißendes Leid gesehen"

Interview mit Karlheinz Pätzold aus Culitzsch

Zwickau. 

Wer in diesen Tagen an ehrenamtlich engagierte Menschen denkt, der kommt an Karlheinz Pätzold nicht vorbei. Seit 15 Jahren ist der Culitzscher unterwegs und klopft in der Region an die Türen von Privatleuten und stellt sich bei den Chefs der hiesigen Unternehmen vor. Der engagierte Mann sammelt Geld- und Sachspenden für Kinder aus sozialschwachen Familien in Weißrussland und für den Hartensteiner Verein für Freizeit und Erholung "Kinder von Tschernobyl". Der BLICK sprach mit ihm.

Herr Pätzold, 15 Jahre sind eine lange Zeit, wie begann Ihr Engagement damals?

Ich bin schon drei Jahre früher regelmäßig mit Hilfstransporten nach Russland gefahren. Ich habe unterwegs die Armut und das herzzerreißende Leid vor Ort in Weißrussland gesehen. Als ich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fahren konnte - habe ich versucht, trotzdem den Menschen irgendwie weiter zu helfen und mich dem Hartensteiner Verein angeschlossen.

Sie gehen buchstäblich von Tür zu Tür. Was geschieht mit den Ihnen übergebenen Spenden?

Damit finanzieren wir den Aufenthalt betroffener Jungen und Mädchen in unserer Region. Zehn bis elf Mal im Jahr kommen zehn bis 14 Jungen und Mädchen im Alter von neun bis 13 Jahren für vier Wochen nach Hartenstein und verbringen eine unbeschwerte Zeit. Ob Zwickelino, Spaßbad in Geyer oder Sonnenlandpark Lichtenstein - jeden Tag ist etwas anderes los. Die Kinder fühlen sich, so sagen sie, wie im Paradies. Dieses Erlebnis vergessen sie wohl ein Leben lang nicht. Mit diesen Erinnerungen und reichlich beschenkt, treten sie ihre Heimreise an.

Wie geht es weiter, was haben Sie für Pläne?

Ich möchte allen herzlich danken, die mich bisher bei meinen Aktionen großzügig unterstützt haben. So lange ich laufen kann, so lange mache ich sicher auch weiter. Allerdings wird es immer schwieriger. In Culitzsch und Umgebung erfahre ich eine wunderbare Resonanz. Aber allgemein nimmt die Spendenbereitschaft leider ab - sicher aus den verschiedensten Gründen. Schon in den nächsten Tagen gehe ich wieder in die Spur, um den finanziellen Grundstock für das Jahr 2013 zu legen.