Hochschule Zwickau entwickelt erstes Beatmungsgerät per 3D-Drucker

Innovation Unglaublich: Binnen einer Woche war Prototyp fertig

Zwickau/ Leipzig. 

Zwickau/ Leipzig. Die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ) hat etwas Unglaubliches geschafft. Wissenschaftler aus dem Bereich Biomedizinische Technik haben ein 3D-gedrucktes Beatmungsgerät für die Universitätsklinik Leipzig entwickelt. Grund dafür sind die täglich ansteigenden Infektionen und Todesfälle am Corona-Virus. Vor allem sind nicht genug Beatmungsgeräte vorhanden, sodass zum Beispiel bereits in Italien Menschen aufgrund der fehlenden Technik verstorben sind.

Binnen einer Woche war der Prototyp fertig

"Wenn nicht genügend Hightech-Beatmungssysteme zur Verfügung stehen, soll dieses als letzte Möglichkeit den Medizinern zur Verfügung stehen. Es handelt sich nicht um ein zertifiziertes Medizinprodukt, sondern soll als letzte Option dienen", heißt es offiziell von Seiten der Hochschule.

Unterstützt wurde dieses Projekt von Forscherteams aus den Bereichen Biomedizinische Technik und Mathematik der WHZ. "Innerhalb von sieben Tagen ist es den Wissenschaftlern der Uniklinik Leipzig, der WHZ und des Fraunhofer IWU gelungen, einen Prototypen zu entwickeln, der am letzten Freitag an der Uniklinik in Leipzig erfolgreich getestet wurde", verzeichnen die Zwickauer den Erfolg.

Dieses Vorhaben war besonders schwierig, da es bei der Entwicklung wichtig war, Sensorik und Regelungsmöglichkeiten zu integrieren, um die Hauptparameter der Beatmung einstellen und überwachen zu können. Mediziner wurden selbstverständlich seit Anfang der Idee eingebunden, um sicherzustellen, dass das Gerät den praktischen Anforderungen gerecht wird.

Gerät als letzte Möglichkeit, wenn alle in Betrieb

Mithilfe eines Lungenphantoms und durch die gute Vernetzung der Projekte "Hirnspatel" und "Erweiterte Realität im OP" konnte das 3D-Druckerzeugnis unter realistischen Bedingungen getestet werden. Sogar Studenten waren in das Projekt integriert, wie Lukas Basan: "Ich studiere an der WHZ Kraftfahrzeugtechnik im 4. Semester. Meine Mutter Fabiola Basan arbeitet an der Hochschule als Laboringenieurin im Bereich Biomedizinische Technik und hat mich gefragt, ob ich dieses wichtige Projekt mit unterstützen möchte. Der 3D-Druck gehört zu meinen Interessenschwerpunkten."

Anfang letzter Woche begannen die Arbeiten am Projekt. Der Versuchsaufbau war binnen weniger Stunden bis 3 Uhr nachts fertig. Und schon Ende der Woche war das gerät in der Leipziger Uniklinik im Test.

Hohe Nachfrager: 3 Geräte pro Tag drucken

Die Nachfrage nach dieser Technologie ist enorm. Bis zu drei Beatmungsgeräte kann der 3D-Drucker am Tag fertigen. Gestartet werden kann noch in dieser Woche. Eingesetzt werden können diese Notfall-Beatmungsgeräte international in allen Einrichtungen, in denen nicht genügend Hightech- Beatmungssysteme zur Verfügung stehen. Durch den Zugriff auf ein internationales Netzwerk an 3D-Druckern könnten die Systeme auch in großen Stückzahlen in verschiedenen Ländern hergestellt werden. Alle anderen benötigten Komponenten wie Motoren, Elektronik oder Sensoren sind aktuell noch schnell in großer Stückzahl lieferbar.