Kleine Träumerin wird groß

Puppentheater Zwickau zeigt "Schneewittchen & die sieben Zwerge" für Kinder ab 4 Jahre

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Puristen sollten offen für Neues sein: In Zwickau ist Schneewittchen klein und der Spiegel ein Pendel.

Mit "Schneewittchen" fand im Zwickauer Puppentheater die erste Eigeninszenierung nach der Neuformierung im August statt. "Spieglein, Spieglein an der Wand." - diese Worte, die die Gebrüder Grimm in ihrem Märchen "Schneewittchen" der bösen Stiefmutter in den Mund legten, werden die Besucher des Stückes "Schneewittchen & die sieben Zwerge - Wenn kleine Träumer groß werden" im Zwickauer Puppentheater nicht zu hören bekommen. Denn der Spiegel in Inszenierung und Textfassung der Puppentheaterdirektorin Monika Gerboc hängt nicht an der Wand ist ein Pendel, das das Verrinnen der Zeit symbolisiert. Auf den einsilbigen Befehl der Königin: "Sprich!", antwortet es als Orakel in langen Reimen und schürt bei ihr die Angst vorm Älterwerden sowie den Wunsch, die Zeit anzuhalten. Verkörpert wird sie von Sabine Weitzel. Die Puppenspielerin und Theaterpädagogin beeindruckt mit ihrem schauspielerischen Talent. So auch Theaterpädagogin Franziska Rilke: Sie führt zusammen mit Antje Binder das kleine Schneewittchen und leiht der Puppe ihre Stimme. Und sie verkörpert in menschlicher Gestalt das zu einer schönen jungen Frau herangewachsene Schneewittchen, das zwar immer noch von rosa Elefanten träumt, aber auch von einem Prinzen (Konrad Bruno Till), der ein gutes Herz und Augen wie ihr Papa hat. Er wird sie mit einem Kuss aus dem Schlaf erwecken, in den sie der giftige Apfel der eifersüchtigen Stiefmutter versetzt hat. Die Freude ist groß. Die Protagonisten singen von Träumen und Wundern, die wahr werden, wenn man nur an sie glaubt - und ernten viel Applaus vom Premierenpublikum. Nächste Vorstellungen So 10 Uhr, Di 9.30 Uhr und Mi 9 Uhr.