Kurt Weihe und Schüler bauen ein besonderes Modell

Projekt Ein Leben auf der Flucht

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Die Arbeitsgruppe um Kurt Weihe begutachtet die ersten Teile des Flüchtingszugs, der als Modell gebaut werden soll. Foto: Steffi Hofmann

Limbach-Oberfrohna. Schüler der Gerhart-Hauptmann-Schule und Mitglieder der Limbacher Kreisgruppe der Ostpreußen arbeiten derzeit an einem großen Projekt: Sie bauen ein Modell eines Flüchtlingstrecks nach. Im Winter 1944 starteten die ersten Flüchtlingstrecks vor der russischen Front in Ostpreußen, Westpreußen, Pommern, Schlesien sowie dem Sudetenland unter anderem in Richtung Westen. In diesen Wochen bis Monate andauernden Zügen von Fußgängern, Pferden und Fuhrwerken war der heutige Limbach-Oberfrohnaer Kurt Weihe.

Erinnerung an die Kriegszeit wachhalten

Er musste als Neunjähriger gemeinsam mit seiner Familie seine Heimat Ostpreußen verlassen. Seit vielen Jahre ist Kurt Weihe bemüht, die Erinnerungen an die Kriegszeit wachzuhalten und besonders Kindern und Jugendlichen davon zu berichten. Im Dezember wurde er für sein langjähriges Engagement im Bereich der Vertriebenenarbeit im Freistaat Sachsen mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet.

Auf einer großen Holzplatte bilden Kurt Weihe und seine Mitstreiter nun seit Anfang des Jahres einen Flüchtlingstreck nach. Aus Holz geschnitzte Männer und Frauen, Pferde, Planwagen, Fahrräder und Schubkarren sowie Geschirr, das an den Wagen hing, ist darauf zu sehen. Sobald das Modell fertig ist, soll es im Museum ausgestellt werden. Ende des Jahres ist damit zu rechnen. "Es soll über Generationen hinweg - auch wenn es keine Zeitzeugen der Flucht mehr gibt - an die Geschehnisse von damals erinnern", sagt Kurt Weihe.