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Lichtermarsch erinnert an die Wende-Zeit

Revolution Zwei ehemalige Pfarrer nehmen am Friedensgebet teil

Werdau. 

Werdau. Rund 80 Gäste beteiligten sich Montagabend auf Einladung von Stadtverwaltung und Kirchgemeinden an einem Friedensgebet im Saal des Werdauer Gemeindezentrums an der Marienkirche. Damit wurde an die Ereignisse der friedlichen Revolution vor 30 Jahren in der Stadt an der Pleiße erinnert.

 

Die Organisatoren freuten sich über die Anwesenheit von einigen Protagonisten aus der bewegten Zeit. Aus Anlass des Jubiläums war Johannes Kühnert, Pfarrer im Ruhestand, zurück in die Pleißestadt gekommen. Er las aus den Eintragungen in seinem Tagebuch, in dem er die bewegenden Ereignisse dokumentierte. Johannes Kühnert zeichnete damals für die Gemeinde in Leubnitz verantwortlich. Zudem fiel ihm die Aufgabe zu, das erste Friedensgebet zu organisieren und durchzuführen. Auch Manfred Bauer, Pfarrer im Ruhestand, war eigens aus seiner neuen Heimat Dresden angereist. Noch heute war mit jedem Satz, jeder Anmerkung zu spüren, wie bedeutend die Worte und Taten vor 30 Jahre waren und sind. "Wir haben versucht, den Volkszorn zu kanalisieren", so Manfred Bauer, der aus der Geschichte auch die nach wie vor große Verantwortung für das Miteinander heute und in Zukunft ableitete.

"Vielleicht wird es wieder Zeit für Friedensgebete ?"

Abgerundet wurden die Gedanken von Gebeten und Liedern wie "Werdau lebt", die schon 1989 von der Band "Marienkäfer" in Werdau in diesem Kontext erklangen. Im Anschluss an den Gottesdienst brachen viele der Besucher, genau wie vor drei Jahrzehnten am 3. November 1989, mit Kerzen zu einer Wanderung über den Marktplatz bis hin zur Katholischen Kirche auf. Geführt wurde diese von Pfarrer Andreas Richter. Vor Ort angekommen rundete Michael Jordan von der Gemeinde St. Bonifatius die Veranstaltung ab und stellte mit Blick auf den neu entstandenen Populismus und Nationalismus die Aussage in den Raum: "Vielleicht wird es wieder Zeit für Friedensgebete ?"