Limbach-Oberfrohna: "Mauer der Toleranz" soll fallen

Abriss Der Verfall des Bauwerkes ist nicht mehr aufzuhalten

Limbach-Oberfrohna. 

Limbach-Oberfrohna. Das werden viele Schüler und Lehrer des Albert-Schweitzer-Gymnasiums nicht so gern hören: Die sogenannte "Mauer der Toleranz" gegenüber ihrer Schule soll im Herbst teilweise abgerissen werden. Derzeit geht man davon aus, dass die Arbeiten im September beginnen, wurde von der Landeskirchlichen Gemeinschaft, der das Grundstück an der Pleißaer Straße gehört, mitgeteilt. Anlass ist eine große Buche direkt neben der Mauer, die das Bauwerk bereits beschädigt hat. Der Baum ist gesund und soll stehenbleiben. Anstelle der Mauer werde ein Zaun errichtet.

Abbildung von Toleranz in allen Lebensbereichen

Laut Landeskirchlicher Gemeinschaft leidet das Bauwerk darunter, dass Jugendliche es regelmäßig als Klettergerüst missbrauchen. Dahinter verstecken sich zudem immer wieder Raucher, die vermutlich von der Schule aus nicht gesehen werden wollen. Vor fast neun Jahren hatten Gymnasiasten der Klassen 7 bis 12 unter Leitung von Kunsterzieherin Manuela Bonnke die damals unansehnliche Mauer gestaltet. Dazu untergliederten sie die gut 100 Quadratmeter große Mauer in 15 Teilflächen. Auf jedem Abschnitt setzten die Schüler das Thema Toleranz in einem anderen Lebensbereich künstlerisch um, so beispielsweise in der Natur und in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Dabei wechseln sich Schrift- und Bildelemente ab.

Immer wieder beschmiert und verunstaltet

Die Eigentümer der Mauer waren von der Aktion begeistert, gaben ihre Erlaubnis für die künstlerische Gestaltung und übernahmen einen Teil der Kosten. Das im Vorfeld nötige Streichen der Mauer mit weißer Farbe erledigte die Jugendwerkstatt des Diakoniezentrums, das auch zu den Eigentümern gehört. Die Bezahlung der Farben schulterte der Schulförderverein und die Stadt finanzierte den noch offenen Betrag, damit die Wand im Anschluss auch einen Graffitischutz erhalten konnte. Leider wurde die Mauer über die Jahre immer wieder beschmiert und verunstaltet.