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Limbach-Oberfrohna: Von der Verantwortung für die Welt

Gedenken Jahrestag für einen besonderen Menschen

Limbach-Oberfrohna. 

Limbach-Oberfrohna. Am 8. Mai 2015, dem 70. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus, wurde vor der Stadtkirche der Dietrich-Bonhoeffer-Platz eingeweiht. Am morgigen Donnerstag jährt sich der Jahrestag seiner Hinrichtung: Der Pastor und Widerstandskämpfer starb vor 75 Jahren im KZ Flossenbürg.

Anregung kam von Limbacher Gymnasiasten

"Seit 2010 kam es in der Stadt zu einem Erstarken rechtsextremer Kräfte", weiß Hans-Christian Rickauer noch. "Deutlichster Höhepunkt war, dass Anfang 2011 die NPD im Saal der Gaststätte 'Mannheim' ihren Parteitag abhielt. Ein breites zivilgesellschaftliches Engagement stellte sich dieser Entwicklung entgegen. Das zog sich über mehrere Jahre hin."

Laut dem langjährigen Oberbürgermeister kam im Rahmen einer Forschungsarbeit von Limbacher Gymnasiasten auch Dietrich Bonhoeffer in den Blick, der am 9. April 1945 mit anderen führenden Mitgliedern des gescheiterten Hitlerattentats vom 20. Juli 1944 ermordet wurde. "In diesem Zusammenhang regte die Kirchgemeinde Limbach-Kändler an, den Platz zwischen Rathaus und Stadtkirche nach Bonhoeffer zu benennen", so Rickauer.

Auseinandersetzung mit rechtsextremen Tendenzen muss das Denken und Handeln dauerhaft prägen

"Ein Aspekt war, dass die Auseinandersetzung mit rechtsextremen Tendenzen in der Stadt nicht nur ein aktueller Prozess weniger Jahre sei, sondern dauerhaft das Denken und Handeln prägen muss. Diese Anregung wurde vom Stadtrat aufgegriffen und entsprechend beschlossen."

Rickauer ist Mitglied der Internationalen Bonhoeffergesellschaft und Mitinitiator des Gedenkortes. Ihn bewegt, dass Bonhoeffers Forderung nach der Übernahme von Verantwortung für die Welt und das Miteinander der Menschen auch in unserer Zeit gilt.



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