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Oberlungwitzer sieht viele Vorteile im Fassadengrün

Klima Fassadengrün nützt Mensch und Natur - Regelmäßiger Schnitt ist erforderlich

Oberlungwitz. 

Oberlungwitz. Efeu und Wilder Wein helfen bei Matthias Beyer in Oberlungwitz derzeit gegen die Hitze. Denn setzt auf Fassadengrün, das mehr als 50 Zentimeter stark ist. Im Sommer schützt es vor Hitze, im Winter bilden Laub und Äste einen zusätzlichen Kälteschutz. "Im Frühjahr musste ich massiv zurückschneiden. Vorher war der Efeu viel dicker", sagt Beyer. Für den Bau einer Solaranlage auf dem Dach musste ein Gerüst ans Haus, was den ziemlich konsequenten Rückschnitt nötig machte. Doch mittlerweile ist der Efeu wieder gut gewachsten.

 

Ein bisschen Geduld benötigt man

Bis die Fassade nach der Pflanzung in den 1990er Jahren komplett bewachsen war, hatte es etwa 15 Jahre gedauert. Am Dach und an den Fenstern muss der Oberlungwitzer seiner besonderen Wärmedämmung nun regelmäßig mit einem Beschnitt Einhalt gebieten. Der Efeu ist als sehr spätblühende Pflanze eine wichtige Nahrungsquelle für Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten. Vögel verspeisen im Winter die für Menschen giftigen Früchte. Für Wildbienen hat Beyer zudem eine Nisthilfe vor dem Haus aufgestellt. Im Herbst sorgt der Wilde Wein auch noch für prächtige Farben. Deshalb wünscht sich Beyer mehr Hausbesitzer, die sich für die Begrünung entscheiden. "Die Hausfassade muss schon in Ordnung sein, sonst kann es der Begrünung schwierig werden", schätzt er ein.

 

Viele gute Eigenschaften

Fassaden- oder auch Dachbegrünungen haben einen vielseitigen Nutzen beim Klima- und Artenschutz.

Der Freistaat Sachsen unterstützt solche Vorhaben deshalb mit dem neuen Förderprogramm "Stadtgrün/Lärmminderung" für Kommunen, Vereine und Institutionen, die sich Dach- und Fassadenbegrünungen, die Aufwertung von Grünflächen sowie auch Lärmschutzmaßnahmen fördern lassen können. Die Stadt Hohenstein-Ernstthal und einige andere Kommunen unterstützen private Begrünungsprojekte ebenfalls. Die Nachfrage nach der Förderung ist bislang aber eher gering, weil es einige Vorurteile gegenüber der Natur am Bau gibt.

 

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